Häufig gestellte Fragen zum Thema Essstörungen

Was du schon immer über Essstörungen wissen wolltest

Viele Menschen beschäftigen dieselben Fragen. Auf dieser Seite haben wir die häufigsten Fragen rund um das Thema Essstörungen gesammelt und beantwortet. Solltest du eine Frage haben, die hier noch nicht zu finden ist, melde dich gerne unter info@infes.it und wir werden versuchen, eine Antwort zu finden. Selbstverständlich behalten wir uns das Recht vor zu entscheiden, ob wir die an uns gerichteten Fragen auf dieser Seite mit aufnehmen oder nicht.
Foto: Pixabay

1. Was sind Essstörungen und welche verschiedenen Formen gibt es?

1. Was sind Essstörungen und welche verschiedenen Formen gibt es?

Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen. Mehr oder weniger unbewusst versuchen die Betroffenen, über veränderte Nahrungsaufnahme und die Orientierung an idealen Gewichtsvorgaben innere Konflikte und fehlende Konfliktlösungsmöglichkeiten, hoffnungslos erscheinende Schwierigkeiten, Stress, Gefühle der Unzulänglichkeit oder Ähnliches zu bewältigen. Für Menschen mit Essstörungen bedeutet die Nahrungsaufnahme einen täglichen Kampf, alles dreht sich nur noch um Essen oder Nichtessen, Schlanksein, Zu-dick-Sein. Unzufriedenheit und Depression breiten sich als Grundstimmung aus. 
In den internationalen Diagnosefachbüchern sind vorrangig drei Formen von Essstörungen beschrieben: Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brech-Sucht) und die Binge-Eating-Störung Am häufigsten treten Mischformen auf. Außerdem gibt es sogenannte „latente Essstörungen“. Damit wird ein auffälliges und für Betroffenen und/oder Angehörige belastendes Essverhalten bezeichnet, das nicht (oder noch nicht) in die Kategorien der Essstörungen fällt, jedoch eine Behandlung nötig hätte. Genauere Informationen zu den einzelnen Störungsbildern findet ihr zum Beispiel auf der Seite der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

2. Wie erkenne ich Magersucht? Was sind typische Merkmale dieser Krankheit?

2. Wie erkenne ich Magersucht? Was sind typische Merkmale dieser Krankheit?

Menschen, die an Magersucht erkrankt sind, sind von ihrem äußeren Erscheinungsbild her fast immer untergewichtig. Trotz Untergewicht haben die Betroffenen noch immer das Gefühl, zu dick zu sein. Essen und Nichtessen bestimmen dabei den gesamten Tagesablauf und die Angst, zuzunehmen, ist groß.  
Weitere typische Merkmale sind:  
  • selbst herbeigeführter Gewichtsverlust 
  • Kalorienzählen und extrem langsames Essen 
  • ständige Beschäftigung mit Essen, kochen, backen, ohne dass selbst davon gegessen wird 
  • verzerrte Wahrnehmung von Gewicht und Figur 
  • Gewichtskontrolle durch häufiges Wiegen 
  • exzessiver Sport oder Bewegungsdrang 
  • sozialer Rückzug, Kontakte gehen häufig verloren 
  • selbst bei starkem Untergewicht fehlt eine Krankheitseinsicht 

3. Meine Schwester ist so mager und findet sich immer noch zu dick. Wie ist das möglich?

3. Meine Schwester ist so mager und findet sich immer noch zu dick. Wie ist das möglich?

Eines der Merkmale von Magersucht ist die verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers. Trotz sichtbarem Untergewicht sehen sich die Betroffenen immer noch dick. Ihnen aufzuzeigen, dass sie sich irren, nutzt nichts, denn das ändert nicht ihre Wahrnehmung. 
Wichtig ist, ihr Leid zu verstehen und mit-Leid auszusprechen. Wenn sie sich im Spiegel betrachten, sehen Mädchen, die an Magersucht erkrankt sind, einen monströsen unförmigen Körper und sie leiden fürchterlich, in diesem Körper sein zu müssen.

4. Meine Freundin sagt, sie leidet an Essanfällen, muss danach aber nicht erbrechen. Hat sie eine Essstörung?

4. Meine Freundin sagt, sie leidet an Essanfällen, muss danach aber nicht erbrechen. Hat sie eine Essstörung?

Jede und jeder von uns kennt Heißhungerattacken, bei denen einfach zu viel und wahllos gegessen wird, mit dem anschließenden Gefühl, man hätte es sich sparen können. Dabei handelt es sich noch lange nicht um eine Essstörung. Problematisch wird es dann, wenn die Essanfälle regelmäßig, mehrmals wöchentlich und sogar geplant werden. 
Leidet deine Freundin an regelmäßigen Essanfällen, mit dem Gefühl des totalen Kontrollverlusts und folglichem Übergewicht, sprechen wir von einer Binge-Eating-Störung. Das ist eine Essstörung, die behandelt werden muss. Bei dieser Art der Essstörung werden die Essanfälle als hemmungslos und zwanghaft erlebt und ziehen sehr belastende Gefühle von Ekel, Scham und Schuld nach sich. Hinzu kommt, dass die Betroffenen unter ihrem Gewicht leiden und immer wieder versuchen, dies durch gezügeltes Essverhalten und verschiedene Diäten zu verringern. 
Manche Personen haben regelmäßige Essanfälle, die sie jedoch "wieder gut machen" wollen, indem sie erbrechen, Abführmittel schlucken, fasten oder exzessiv Sport betreiben. Oft glauben die Betroffenen, sie halten bloß ihr Gewicht unter Kontrolle. In Wahrheit stellt sich meist ein Kreislauf ein, bei dem auf Essanfälle Maßnahmen der Wiedergutmachung folgen. Diese führen zu körperlichen Mangelerscheinungen, die mit dem nächsten Essanfall kompensiert werden. In diesem Fall sprechen wir von Bulimie. Typisch bei Bulimie (wie bei der Magersucht) sind die andauernde und übertriebene Beschäftigung mit Figur und Gewicht, das Gefühl, ständig zu versagen und ein Gefühl des Wohlbefindens, das rein von Gewicht und Körperfigur bestimmt wird. 
 

5. Ich esse häufig „ungesunde“ Speisen. Habe ich eine Essstörung?

5. Ich esse häufig „ungesunde“ Speisen. Habe ich eine Essstörung?

Bei einer Essstörung dreht sich alles ums Essen oder Nichtessen, um Schlanksein oder Zu-dick-Sein. Diese ständigen Gedanken sind sehr belastend und wirken sich negativ auf die eigene Grundstimmung und Lebensqualität aus. Im konkreten Fall ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich um kurzfristige, vorübergehende Gelüste oder um wiederholte unkontrollierte Essanfälle handelt. 
Handelt es sich um Essanfälle, treten meist gemeinsam folgende Symptome auf: 
  • schnelles Essen 
  • Essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl 
  • Essen großer Nahrungsmengen, wenn man sich körperlich nicht hungrig fühlt 
  • allein essen aus Verlegenheit über die Menge, die man isst 
  • Ekel gegenüber sich selbst, Scham und große Schuldgefühle 
Während solche Essanfälle gefährlich werden können, sind gelegentliche Gelüste auf sogenannte „ungesunde“ Speisen ein ganz natürliches Gefühl. Jeder hat mal Lust auf Pommes, Gummibären oder Schokoriegel. Wichtig dabei ist, dass man auf die eigenen Gelüste hört und diesen ohne schlechtes Gewissen und mit Genuss nachgehen kann. Sich bestimmte Lebensmittel bewusst zu verbieten, ist dagegen unnatürlich und nicht zielführend. So werden von Betroffenen häufig besondere Diäten, Unverträglichkeiten oder Veganismus als Ausrede benutzt, um erste Anzeichen einer Essstörung zu verstecken. 
 

6. Warum kommt es zu einer Essstörung?

6. Warum kommt es zu einer Essstörung?

Bei der Entstehung einer Essstörung spielen immer viele Faktoren zusammen und sie kann nicht als Folge eines einzigen schwerwiegenden Grundes oder einer einzigen falsch gelaufenen Beziehungsdynamik gesehen werden. So ist beispielsweise die Vermutung, eine Essstörung sei stets auf eine schlechte Mutter-Tochter-Beziehung zurückzuführen, längst völlig überholt. 
Man kann die Entstehung einer Essstörung gut mit einem Fass vergleichen: Es kann voll von verschiedenen Gründen sein und irgendwann durch ein belastendes Einzelereignis zum Überlaufen gebracht werden. 
Neben dem geltenden Schlankheitsideal unserer Gesellschaft spielen biologische, persönliche, familiäre und soziale Faktoren eine Rolle. Aus diesem Grund sollten sich Eltern, Partner oder andere Angehörige nicht mit der Schuldfrage quälen. Denn die Beschäftigung darüber, was sie wohl falsch gemacht haben, hilft im Heilungsprozess nicht weiter. Wichtig ist, dass die Familie Strategien entwickelt, um mit den Ohnmachtsgefühlen, der Wut und den Ängsten, die eine Essstörung verursacht, bestmöglich umzugehen. Dabei sind wir gerne behilflich. 
Weitere Informationen dazu finden Sie in der Broschüre "Guten Appetit!"
 

7. Sind wir Eltern am Übergewicht unserer Kinder schuld?

7. Sind wir Eltern am Übergewicht unserer Kinder schuld?

Es gibt nie eine einzige Ursache für die Entwicklung von Übergewicht, sondern es wird davon ausgegangen, dass bei der Entstehung viele Faktoren beteiligt sind. Genetische Veranlagung, erhöhte Energiezufuhr durch falsche Essgewohnheiten mit gleichzeitiger geringer körperlicher Aktivität sowie soziale und psychische Faktoren, spielen bei der Entwicklung von Übergewicht eine Rolle. Als Eltern haben Sie die Aufgabe dafür zu sorgen, dass Ihr Kind sich regelmäßig bewegt und ausgewogen ernährt, vor allem sollten Sie mit gutem Beispiel vorangehen. Sollte Ihr Kind trotzdem stark zunehmen, könnten gesundheitliche oder psychische Probleme die Ursache sein und eine Beratung könnte helfen.  
 

8. Viele Übergewichtige sind frustriert. Was können sie tun?

8. Viele Übergewichtige sind frustriert. Was können sie tun?

Dass Übergewicht bei Frau und Mann zur Frustration führt, ist leicht zu verstehen. Schauen wir uns einmal an, in welcher Gesellschaft übergewichtige Menschen leben: Schlanksein symbolisiert immer häufiger Erfolg, Schönheit, Macht, Reichtum sowie Selbstkontrolle und Gesundheit. Dies kann zu Deprimiertheit und sozialer Isolation führen. Der Weg zum Kühlschrank ist wiederum nicht weit. Wie kommt man also aus dem Dicksein wieder heraus? Wie kann das lang ersehnte Normalgewicht erreicht werden? 
Der Veränderung von jahrelang falsch entwickelten Essgewohnheiten geht ein langer Prozess des Sich-Kennenlernens voraus. Abnehmen heißt viel Zeit zu investieren, denn Essgewohnheiten entstehen nach langer Zeit, Verhaltensmuster bilden sich sogar in der Kindheit. So braucht es ebenso viel Zeit, um solche Muster wieder zu „verlernen“ und durch neue Essmuster zu ersetzen. Diätprodukte, die eine schnelle Gewichtsabnahme versprechen, wären sehr praktisch, doch sie sind unrealistisch, bringen wenig Erfolg und führen meist zum befürchteten Jo-Jo-Effekt. 
Als hilfreich hat sich dagegen zum Beispiel die Trainingsgruppe erwiesen, die wir regelmäßig veranstalten. Hier analysieren wir gemeinsam, welche Bedürfnisse durch das eigene Essverhalten erfüllt werden und erarbeiten Strategien, wie sich diese Bedürfnisse durch bessere, funktionale Verhaltensweisen befriedigen lassen. 
 

9. Können auch Männer an Essstörungen erkranken?

9. Können auch Männer an Essstörungen erkranken?

Ja, auch Männer sind von Essstörungen betroffen. Fünf bis zehn Prozent der an Magersucht Erkrankten und 10 bis 15 Prozent der an Bulimie leidenden Personen sind männlich. Die Binge-Eating-Störung ist bei Männern ebenso verbreitet wie bei Frauen. 
Bei Männern ist die Ausgangslage, die in die Krankheit führt, häufig eine etwas andere als bei Frauen: Sie träumen von Waschbrettbauch, schmalen Hüften, breiten Schultern und prallen Muskeln und gleiten meistens über übermäßige sportliche Aktivität oder Muskelaufbaudiäten in eine Essstörung. Gefährlich wird es immer dann, wenn der Sport zur Besessenheit wird und dabei nicht auf eine ausreichende und ausgewogene Ernährung geachtet, sondern kontrolliert wird. Man spricht hierbei auch von Muskeldysmorphie, Muskelsucht oder dem sogenannten Adoniskomplex. Auch Männer erleben über das veränderte Essverhalten die Freude der Kontrolle. Wenn die Situation entgleitet, sind dann die Symptome – mit wenigen Ausnahmen – dieselben wie bei den Frauen. 
 

10. Sind Essstörungen heilbar?

10. Sind Essstörungen heilbar?

Essstörungen sind Krankheiten, die geheilt werden können. Am effektivsten wird ihnen durch eine multiprofessionelle Behandlung begegnet. Dabei werden Betroffene auf medizinischer, psychotherapeutischer und ernährungstherapeutischer Basis untersucht, betreut und begleitet. Ein persönliches Beratungsgespräch kann Klarheit und Beruhigung darüber verschaffen, welche Maßnahmen für den einzelnen Fall geeignet sind.

11. Ich kenne eine Person, von der ich glaube, dass sie an einer Essstörung leidet. Was kann ich tun?

11. Ich kenne eine Person, von der ich glaube, dass sie an einer Essstörung leidet. Was kann ich tun?

Wer vermutet oder bemerkt, dass seine/ihre Tochter oder Sohn, Schwester, Bruder, Freund/in, Schüler/in oder Partner/ in an einer Essstörung leidet, ist meist sehr besorgt und möchte sofort aktiv werden. Dieser Tatendrang ist verständlich, trotzdem kann es hilfreicher sein, erst mal diese Tatsache zuzulassen und sich selbst und der/dem Betroffenen genügend Zeit für mögliche Gespräche zu bieten.
Gespräche, in denen die Essstörung angesprochen werden soll, sollten nur in Ruhe und von Personen geführt werden, die ein bestimmtes Vertrauensverhältnis zur/zum Betroffenen haben. Dabei ist es sinnvoll, authentisch und ehrlich über die eigene Sorge und den Verdacht bzw. das Wissen zu berichten (z.B. „Ich merke, dass es dir nicht gut geht und das beunruhigt mich.“). Diskussionen über Figur, Gewicht und Essen sind nicht zielführend, da die Betroffenen sich selbst andauernd mit diesen Themen beschäftigen und für logische Argumente nicht erreichbar sind. Auf Vorwürfe (z.B. „Du bist so dünn.“, „Du isst nie was am Tisch und dann stopfst du dich voll.“) reagieren Betroffene uneinsichtig und verschließen sich.
Essstörungen sind mit Scham, Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen verbunden. Es ist nicht zu erwarten, dass sich Betroffene ihren Vertrauenspersonen gegenüber sofort öffnen. Es gilt, Gesprächsbereitschaft und Unterstützung zu signalisieren und/oder eine Beratungsstelle zu nennen. Eine Essstörung entsteht nicht über Nacht und es darf und wird auch einige Zeit dauern, bis Betroffene bereit sind, Hilfe anzunehmen. Angehörige oder andere Personen können sich bei diesem Prozess von uns jederzeit unverbindlich informieren und unterstützen lassen. Auch für die Betroffenen selbst kann eine Beratungsstelle die erste Anlaufstelle sein. Je besser man über ein Störungsbild informiert ist, umso verständnisvoller, aber auch realistischer kann mit der Krankheit umgegangen werden.
Gesprächsbereitschaft und Geduld gegenüber den Betroffenen sind wichtig, aber ebenso wichtig ist es auch, dass Angehörige und andere involvierte Menschen gut auf sich selbst achten und eigene Grenzen wahren. Indem Angehörige verantwortungsbewusst mit sich selbst umgehen, vermitteln sie dies auch der/dem Erkrankten. Es ist wichtig, dass die Behandlung zwar von Angehörigen unterstützt wird, aber dass die Verantwortung dafür bei den Betroffenen liegt. 

 

12. Ich befürchte, ich habe eine Essstörung. Was soll ich tun?

12. Ich befürchte, ich habe eine Essstörung. Was soll ich tun?

Wenn du dir unsicher bist, ob dein Essverhalten problematisch ist, kann dieser kurze Selbsttest Aufschluss geben. Doch egal, welches Ergebnis du dabei erhältst: Solltest du beunruhigt sein und eine Beratung benötigen, vereinbare gerne einen Termin mit uns.

13. Ich werde oft gefragt warum ich so dünn bin und ob ich an einer Essstörung leide. Was kann ich tun?

13. Ich werde oft gefragt warum ich so dünn bin und ob ich an einer Essstörung leide. Was kann ich tun?

Vom Gewicht alleine, kann man noch nicht auf eine Essstörung schließen. Wir alle kommen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen zur Welt. Bei der Konstitution unseres Körpers spielen viele Faktoren eine Rolle: die Gene, der individuelle Stoffwechsel, Ernährungsgewohnheiten, körperliche Bewegung, Erkrankungen usw. Untergewicht kann somit unterschiedliche Ursachen haben und muss nicht zwingend auf eine Essstörung hinweisen. Wichtig ist trotzdem, dass auch Untergewicht medizinisch abgeklärt wird. Hierfür wendet man sich am besten an den eigenen Hausarzt. Wurde das Untergewicht medizinisch abgeklärt und du hast selbst Zweifel, ob es sich nicht doch um eine Essstörung handeln könnte, dann versuche unseren Selbsttest aus. Gerne kannst du dich auch für ein Beratungsgespräch bei uns melden. Bist du belastet durch das häufige Fragen nach deinem Gewicht, kann es helfen sich schon vorab Antworten bereitzulegen. Wahrscheinlich möchte dein Gegenüber damit nur ausdrücken, dass er sich um dich sorgt, werden persönliche Grenzen dabei überschritten, darf dies ruhig auch angesprochen werden.

14. Wie können wir als Eltern verhindern, dass unser Kind an einer Essstörung erkrankt?

14. Wie können wir als Eltern verhindern, dass unser Kind an einer Essstörung erkrankt?

Essstörungen sind ein Thema unserer Zeit. Bei Eltern kann das schon Mal Stress und auch Angst auslösen. Natürlich wollen Eltern es vermeiden, dass die eigenen Kinder an einer Essstörung erkranken. Wie kann man Essstörungen nun vorbeugen? Zuallererst möchten wir betonen, dass übermäßige Angst ein schlechter Begleiter in der Elternrolle ist. Versuchen Sie Gefahren realistisch einzuschätzen und mit der notwendigen Gelassenheit an die Erziehung ihrer Kinder heranzugehen. Einige wichtige Grundsätze, können jedoch dazu beitragen, dass das Risiko für eine Essstörung minimiert wird:
  • Lassen Sie Aussehen und Schlankheit zu keinem wichtigen Wert in ihrer Familie werden. Sie können die Wichtigkeit dieser mit ihren Kindern reflektieren und diskutieren, Schlankheitsideale kritisch hinterfragen und vor allem selbst ein Vorbild sein. Achten Sie darauf, liebevoll über ihren eigenen Körper zu sprechen und den anderer nicht negativ zu kommentieren.
  • Auch Gespräche über Gewicht sollten in Familien nicht ständig geführt werden. Ständiges Kontrollieren der Kilos auf der Waage, wiederholtes Berechnen des BMI , das Zählen von Kalorien sowie Diäten sind nicht förderlich für die Entwicklung eines gesunden Körperbewusstseins der Kinder.
  • Unterstützen Sie einen gesunden Umgang mit Essen: Gestalten Sie Einkaufen, Kochen und Essen gemeinsam mit ihren Kindern. Zwang, Belohnung oder Trost sollte niemals mit Essen zusammenhängen. Bieten Sie Verschiedenes an, auch Süßes ist erlaubt.
  • Fördern Sie die Entwicklung des Selbstwertgefühls: ein gesundes Selbstwertgefühl ist wohl die beste Voraussetzung, damit ihr Kind keine Essstörung entwickelt. Fördern Sie ihr Kind in dem was es gern macht, geben Sie ihm positives Feedback, beurteilen Sie nicht die Leistungen des Kindes sondern vielmehr seine Eigenschaften.
  • Holen Sie sich Unterstützung wenn ihr Kind Schwierigkeiten im Essverhalten, in Bezug auf die Körperwahrnehmung oder mit dem Gewicht hat.