Diskriminierungen - Bedeutung und Definition

Info 20.5.2020 Facebook Teilen
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Diskriminierung bedeutet jegliche Form der Herabsetzung, Belästigung und Benachteiligung von Personen oder Gruppen aufgrund verschiedener Merkmale oder Eigenschaften, wie beispielsweise:
  • Alter
  • Aussehen
  • Beeinträchtigung
  • sozialen Herkunft
  • (vermeintliche) ethnische Zugehörigkeit
  • Hautfarbe
  • Religion
  • sexuelle Orientierung
  • Geschlecht
  • Geschlechtsidentität
  • (scheinbare) Zugehörigkeit zu einer Gruppe
Diskriminierung ist eindeutig eine Form von Gewalt! Machtausübung spielt dabei eine große Rolle, denn es werden meist einflussärmere Menschen oder Minderheiten zu „den anderen“ gemacht, ungleich behandelt und abgewertet. Häufig auch mit der Absicht, Einzelpersonen oder wiederum andere vermeintliche Gruppen aufwerten zu wollen. Grundsätzlich sind alle Menschen zu diskriminierendem Verhalten fähig, auch jene, die selbst Diskriminierung erfahren.
 
Diskriminierung richtet sich gegen Einzelpersonen
Eine diskriminierte Person wird nicht in ihrer Ganzheit gesehen, sondern auf einige wenige Merkmale reduziert.  Durch diese Herabsetzung auf einzelne Merkmale, wird die diskriminierte Person einer Gruppe zugeordnet und abgewertet. Eine große Rolle spielen dabei häufig Vorurteile und Stereotypen.
Beispiel: Ein Mann mit grauen Haaren wird von einer anderen Person automatisch als „alt“ eingestuft und von ihr so behandelt, als wäre er unfähig oder hilflos.

Diskriminierung richtet sich gegen Gruppen
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist eine Bezeichnung für alle ausgrenzenden und abwertenden Einstellungen und Handlungen gegenüber Menschen aufgrund ihrer vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Sie richtet sich zwar gegen bestimmte Gruppen, trifft aber konkrete Einzelpersonen.
Beispiel: Sexismus kann sich gegen alle Frauen richten, im Konkreten jedoch die einzelne Frau treffen, wenn sie zum Beispiel weniger verdient als ihr männlicher Kollege mit derselben Arbeit.
Auch bei diskriminierten Gruppen spielen Vorurteile und Stereotype häufig eine große Rolle!
Diskriminierten Gruppen werden nämlich klischeehafte Eigenschaften zugeschrieben, die zu verallgemeinernden, meist negativen Urteilen, führen.
Beispiel: Ein Mensch muslimischen Glaubens wird aufgrund seiner Glaubenszugehörigkeit von jemanden als intolerant und/oder gewalttätig einstuft, ohne dass dieser die Person direkt kennt.

Diskriminierte Menschen und Menschengruppen haben meist eines gemeinsam: sie werden als „anders“, „nicht normal“ oder „ungleichwertig“ wahrgenommen und dabei zu „den Anderen“ gemacht.
 

Was bedeutet Mehrfachdiskriminierung - intersektionale Diskriminierung?

Was bedeutet Mehrfachdiskriminierung - intersektionale Diskriminierung?

Wird ein Mensch aufgrund verschiedener Merkmale (z.B. Geschlecht, eine Behinderung, Herkunft, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, Alter, soziale Stellung ...) gleich mehreren Gruppen zugeordnet, so entsteht die Gefahr, dass diese Person verstärkt, mehrfach und in verschiedenen Zusammenhängen von Diskriminierung betroffen ist.
  • Beispiel:  Eine Frau im Rollstuhl kann sowohl von Diskriminierung aufgrund der Beeinträchtigung als auch von Sexismus betroffen sein.
Es kann auch sein, dass gleichzeitige Zusammenwirken verschiedener Merkmale eine Benachteiligung, Abwertung oder Ausgrenzung auslösen, das nennt sich intersektionale Diskriminierung/Intersektionalität.
  • Beispiel: Aus einer Gruppe von Freunden im Park, wird ausschließlich ein junger, männlicher, Schwarzer Mann von der Polizei wegen des Verdachts auf Drogenhandels kontrolliert.

Was ist direkte Diskriminierung?

Was ist direkte Diskriminierung?

Eine direkte Diskriminierung wird auch unmittelbare Diskriminierung genannt. Sie liegt vor, wenn beispielsweise eine Maßnahme unmissverständlich eine Ungleichbehandlung enthält.

Beispiele:
  • Die KITA XY verrechnet für ein Kind mit Down-Syndrom automatisch höhere Kosten mit der Begründung, dass Kinder mit Beeinträchtigung mehr Aufwand erfordern.
  • Eine Person wird aufgrund ihrer Kleidung nicht in ein Restaurant eingelassen.

Was ist indirekte Diskriminierung?

Was ist indirekte Diskriminierung?

Eine indirekte Diskriminierung wird auch mittelbare oder versteckte Diskriminierung genannt und ist häufig nicht einfach aufzudecken und nachzuweisen. Sie liegt vor, wenn beispielsweise eine Maßnahme zwar so formuliert ist, dass sie keine offensichtliche Benachteiligung enthält, sich jedoch im Konkreten so auswirkt, dass Menschen benachteiligt werden.
  • Beispiel: In einem Betrieb gibt es keine Aufstiegsmöglichkeiten für Teilzeitarbeitende. Die Teilzeitarbeit in diesem Betrieb wird ausschließlich von Frauen ausgeführt. Es liegt eine indirekte Diskriminierung der Frauen vor, da die Beförderungschancen für sie im Vergleich zu den vollzeitangestellten Männern geringer sind.

Was ist strukturelle Diskriminierung?

Was ist strukturelle Diskriminierung?

Nicht nur Einzelpersonen diskriminieren, auch strukturelle und institutionelle Gegebenheiten können Ungleichheit und Ausgrenzung erzeugen.
Wenn die Organisation einer Gesellschaft dazu beiträgt, dass Menschen benachteiligt werden, nennt sich das strukturelle Diskriminierung. Sie beruht meistens auf gesellschaftliche Stereotype und den daraus entstandenen Traditionen, Gebräuchen und Konventionen, die z.B. eine schlechtere Ausgangslage bestimmter Menschen als «normal» und vorgegeben erscheinen lassen.
Häufig werden in der über Jahrhunderte entstandenen Art des Zusammenlebens die Privilegien bestimmter Gruppen und/oder die Nachteile anderer Gruppen nicht hinterfragt. Das ist aber wichtig! Denn zur Reduktion von Benachteiligungen müssen auch bestehende und vertraute Strukturen erst einmal als ungerecht und veränderbar erkannt werden.
  • Beispiel: In Geburtsdokumenten das Geschlecht als männlich oder weiblich festzulegen zu müssen, diskriminiert die Minderheit der intersexuellen Menschen

Was ist institutionelle Diskriminierung?

Was ist institutionelle Diskriminierung?

Wenn die internen Regeln, Gewohnheiten und Abläufe einer Institution (Einrichtung, Amt, Behörde, Arbeitsstelle) dazu führen, dass Menschen regelmäßig benachteiligt werden, nennt sich das institutionelle Diskriminierung.
  • Beispiel: Wenn in Schulbüchern beispielsweise nur gesunde, Weiße, „traditionelle“ Familien zu finden sind, ist für Kinder aus nicht „traditionellen“ Familien die Identifikationsmöglichkeit sehr gering.

Was tun um Benachteiligungen abzubauen?

Sie könnten:
  • die eigenen Vorurteile immer wieder hinterfragen
  • das eigene Verhalten überprüfen
  • Feedback betroffener Personen einholen und annehmen
  • Informiere dich und eigne dir fundiertes Wissen an
  • vertraute Strukturen und Privilegien erkennen
  • dir über Chancenungleichheiten bewusstwerden
  • Achtsam mit deinen Mitmenschen umgehen
Abwertende Handlungen können sowohl von Einzelpersonen als auch von Institutionen verringert werden. Die Gleichbehandlung und Würde aller Menschen ist nämlich nach wie vor der höchste Wert der demokratischen Gesellschaft und das Fundament unserer Freiheit.

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Gibt es ein Gesetz, das Diskriminierung verbietet?

Diskriminierungen von Menschen aufgrund eines bestimmten Merkmals sind allgegenwärtig. Diskriminierendes Verhalten richtet Schaden an und muss verhindert werden. Auch der Gesetzgeber spricht hier eine klare Sprache. Das Diskriminierungsverbot ist ein zentraler Grundsatz internationaler Menschenrechte. Neben UNO, EU und Europarat hat auch der italienische Staat Gesetze formuliert um Diskriminierungen verschiedener Art zu verhindern.

Der Grundsatz: Gleiche Chancen für alle

Das Prinzip der Gleichbehandlung ist der sowohl in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als auch in der italienischen Verfassung ein festgeschriebener Grundsatz. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und allen Menschen sind gleiche Ausgangslagen und Chancen in allen Bereichen zu ermöglichen. Etwaige Hindernisse sind vom Gesetzgeber zu beseitigen. Das allgemeine Diskriminierungsverbot ist von jedem Bürger und jeder Bürgerin zu beachten.

Was passiert wenn ich mich nicht an das Diskriminierungsverbot halte?

Neben dem allgemeinen Diskriminierungsverbot gibt es allgemeine Straftatbestände, die oft im Zusammenhang mit diskriminierendem Verhalten auftreten, wie z.B. Bedrohung, üble Nachrede, Belästigung, Nötigung usw. Werden Straftaten zum Zwecke der Diskriminierung begangen, liegen erschwerende Umstände vor und das bedeutet, dass das Strafmaß um bis zur Hälfte erhöht werden kann.
Es gibt aber auch spezifische Gesetzesbestimmungen, die z.B. Diskriminierungen aufgrund folgender Merkmale verbieten:
  • sexuelle Orientierung, insbesondere am Arbeitsplatz (Gesetz Nr. 300/1970, gesetzesvertretendes Dekret Nr. 216/2003)
  • Geschlecht (gesetzesvertretendes Dekret Nr. 198/2006)
  • Alter, insbesondere am Arbeitsplatz (Gesetz Nr. 300/1970, gesetzesvertretendes Dekret Nr. 216/2003)
  • körperliche oder geistige Beeinträchtigung (Gesetz Nr. 67/2006)
Auch wenn es zu bestimmten Formen von Diskriminierung keine spezifischen Gesetzesvorgaben gibt, sind diese weder erlaubt noch sanktionsfrei. Es greifen dann die allgemeinen Gesetzesnormen.

Das Gesetz schützt vor Diskriminierung

Es gibt viele Bemühungen des Staates Diskriminierungen zu verhindern und zu ahnden. Menschen, die von Diskriminierungen betroffen sind, haben die Möglichkeit diese zur Anzeige zu bringen und Schadensersatzansprüche zu erheben.

Informationen, Unterrichtsmaterialien und Workshops

Was finden Sie noch bei uns zum Thema Diskriminierungen?

  • Informationen zur Kampagne „Kein Platz für Diskriminierung! Du machst den Unterschiedfinden Sie hier.
  • Wie Sie als Multiplikator*innen zum Thema Diskriminierung mit Jugendlichen arbeiten können finden Sie hier.
  • Unser Angebot für Jugendliche zum Thema Ausgrenzung und Diskriminierung finden Sie hier.
  • Unser „No hate – Schweigen bringt nichts“ Schreibwerkstatt Angebot finden Sie hier.

Diskriminierung in Südtirol - an wen Sie sich wenden können

Diskriminierung in Südtirol - an wen Sie sich wenden können

In Südtirol wird in der Südtiroler Volksanwaltschaft eine Antidiskriminierungsstelle für sowohl Menschen die von rassistischer, ethnischer, sprachlicher, kultureller oder religiöser Diskriminierung betroffen sind, als auch für Menschen die aufgrund von Homo-, Bi- und Transphobie, einer Behinderung, des Aussehens, des Alters, oder aufgrund der Herkunft und der Zugehörigkeit zu einer Nation Nation Benachteiligung, Abwertung und/oder Ausgrenzung erleben.

Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen ist als beratendes Organ der Landesregierung in Sachen Geschlechtergleichstellung und Frauenförderung zuständig.
Das Frauenbüro ist eine Dienststelle der Abteilung Präsidium und setzt das Tätigkeitsprogramm des Landesbeirates für Chancengleichheit um.

Die Gleichstellungsrätin informiert und berät Arbeitnehmer*innen, die aufgrund ihres Geschlechtes am Arbeitsplatz diskriminiert werden.
 
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