Diskriminierung von Obdachlosen

Info 22.6.2020 Facebook Teilen

Armut und Wohnungslosigkeit sind meist die Folge von schweren Schicksalsschlägen, Arbeitsverlust oder Krankheit. Statt Unterstützung und Halt zu finden, stoßen einige Menschen in diesen Lebenskrisen auf Demütigung und Schuldzuschreibung. Sie bleiben alleine zurück und landen im schlimmsten Fall auf der Straße.
 
Jegliche Form der Benachteiligung, Herabsetzung und Belästigung von Menschen aufgrund ihrer Obdachlosigkeit, ist eine Form von Diskriminierung.
 
Weibliche Obdachlose sind weniger sichtbar als männliche, denn sie leben seltener auf der Straße. Meist bevorzugen sie Notunterkünfte und Obdachlosenheime, was sie jedoch nicht immer vor Gewalt oder Missbrauch schützt. Obdachlosen fehlt generell ein Rückzugsort und sie sind vermehrt Angriffen ausgeliefert. Selbst auf institutioneller Ebene werden einigen von ihnen Grundlegende Rechte verwehrt. Ein Beispiel dafür ist die Verdrängung aus bestimmten Gegenden, z.B. Innenstädten. Die Annahme, Obdachlose wären weniger wertvoll als andere, weil sie nichts zum Gemeinwohl beitragen würden, führt zu Ausgrenzung und verschiedenen Formen von psychischer und körperlicher Gewalt. Viele werden als „Arbeitsscheue“ und „Asoziale“ abgestempelt, bestimmte Möglichkeiten werden dadurch von vornherein verwehrt.
 
Die Lebensumstände von uns allen können sich jederzeit drastisch verändern. Menschen verdienen unabhängig von diesen Respekt und Achtung. Hierzu gehört das Unterlassen von Beleidigungen; aber auch kleine Dinge.
 

Obdachlose erfahren häufig Gewalttaten körperlicher und psychischer Natur...

Obdachlose erfahren häufig Gewalttaten körperlicher und psychischer Natur...

Karl hat nach einem schweren Schicksalsschlag seine Arbeit und seine Wohnung verloren. Er lebt seit Jahren auf der Straße und die Menschen würdigen ihn meist keines Blickes. Einige beschimpfen ihn, andere werden sogar aggressiv.

Obdachlose erfahren häufig Gewalttaten körperlicher und psychischer Natur. Zudem kann das Gefühl, nicht erwünscht zu sein, die Betroffenen genauso verletzen wie direkte Angriffe. Menschen haben grundsätzlich das Bedürfnis wahrgenommen und geachtet zu werden.
 

Vorurteile und Feindseligkeiten müssen abgebaut werden...

Vorurteile und Feindseligkeiten müssen abgebaut werden...

Sabine, die auf der Straße lebt, möchte in einer Bar einen Tee trinken und die Toilette benützen. Die Kellnerin lässt sie gar nicht erst bestellen, sondern schickt sie wieder weg.

Obdachlosen wird oftmals nicht nur der Raum in der Innenstadt verweigert, sondern auch gleiches Mitspracherecht oder gleichwertiger und respektvoller Umgang. Vorurteile und Feindseligkeiten ihnen gegenüber müssen auf persönlicher sowie institutioneller Ebene abgebaut werden.
 
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