Antisemitische Diskriminierung

Info 29.6.2020 Facebook Teilen

Religion, Ethnie und Kultur haben nicht für alle den gleichen Stellenwert, genauso wenig werden sie von allen gleich ausgelebt. Die verschiedenen Mitglieder einer Religionsgemeinschaft müssen ihrem Glauben nicht unbedingt dieselbe Bedeutung geben, dieselbe Weltanschauung teilen oder gar die gleichen Verhaltensweisen haben.
 
Feindseligkeiten gegenüber Menschen, die dem jüdischen Glauben angehören, bzw. kulturell oder gesellschaftlich mit dem Judentum verbunden sind, bezeichnet man als Antisemitismus. Als antisemitische Diskriminierung werden somit alle Verhaltensweisen sowie strukturellen und institutionellen Gegebenheiten beschrieben, die jüdische Menschen abwerten, verletzen oder auf andere Weise benachteiligen.
 
Im Gegensatz zum Rassismus wird im Antisemitismus, die betroffene Gruppe nicht als minderwertig, sondern vielmehr als gefährlich angesehen. Im Mittelalter wurden Juden und Jüdinnen für die Kreuzigung Jesu, genauso wie für die Pest oder das Verschwinden von Kindern verantwortlich gemacht. Da sie damals aufgrund der Vorherrschaft der christlichen Zünfte kaum Zugang zu Handwerksberufen hatten und den Christen Geldverleihgeschäfte mit Zinsen verboten waren, verdienten viele jüdische Personen ihren Lebensunterhalt im Handel und Geldverleih. Der Neid auf ihre Verdienste führte dazu, dass sie als habgierig, machtsüchtig und verlogen beschimpft wurden. Diese jahrhundertealten Zuschreibungen haben immer wieder zu Verfolgungen geführt. Die Nationalsozialisten trieben diesen Hass auf die Spitze, als sie im Holocaust um die 6 Millionen Menschen töteten. Viele Vorurteile zeigen sich heute noch in Form von Witzen und Verschwörungstheorien. In weiterer Folge können sie auch zur Zerstörung von Synagogen sowie Gedenkstätten und sogar zu körperlicher Gewalt führen.
 
Antisemitische Diskriminierung lebt nicht nur in rechtsextremen Kreisen, sondern ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das viele betrifft.
 

Vorurteile können dazu führen, dass sich einige fürchten, sich zu ihrem Glauben oder ihrer Kultur zu bekennen...

Vorurteile können dazu führen, dass sich einige fürchten, sich zu ihrem Glauben oder ihrer Kultur zu bekennen...

Handballspiel im Schulhof: Ein Spieler verletzt sich leicht den Fuß und will aussteigen, als der Kapitän ihm zuschreit: „Mach mal nicht den Juden! Wenn du uns jetzt im Stich lässt, bist du ein Verräter!“ Noah ist Jude und von diesen Worten sehr verletzt.

Menschen jüdischen Glaubens als hinterlistig oder verräterisch zu bezeichnen, spiegelt eine lange Tradition an Diskriminierung wieder. Diese Vorurteile können mitunter dazu führen, dass sich einige fürchten, sich zu ihrem Glauben und zu ihrer Kultur zu bekennen.
 

Es ist viel zu kurz gegriffen, für die Ursachen von sozialen Schwierigkeiten eine Gruppe von Menschen verantwortlich zu machen...

Es ist viel zu kurz gegriffen, für die Ursachen von sozialen Schwierigkeiten eine Gruppe von Menschen verantwortlich zu machen...

Stammtischrunde: Es wird hitzig über die Unterschiede zwischen Arm und Reich gesprochen. Jemand meint, dass hinter den Großkonzernen sowieso nur einflussreiche Juden stecken, da hätte man keine Chance. Renate sitzt am Tisch, sie ist Jüdin, traut sich aber nicht darüber zu sprechen.

Es ist schwierig die komplexen Veränderungen der heutigen Zeit zuzuordnen. Der Sündenbockmechanismus greift auch hier: Jüdische Menschen sind die Bösen und die anderen sind die Guten. Hier werden Juden und Jüdinnen sogar für die schlechte ökonomische Lage verantwortlich gemacht, in der sich einige befinden. Es ist viel zu kurz gegriffen, für die Ursachen von sozialen Schwierigkeiten eine Gruppe von Menschen verantwortlich zu machen.
 
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