Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigungen

Info 8.6.2020 Facebook Teilen

Es gibt Menschen mit Einschränkungen. Diese können körperlich oder geistig sein. Eine körperliche oder geistige Einschränkung kann jeden Menschen betreffen, ob jung oder alt.
Menschen mit körperlichen, psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen werden manchmal so behandelt, als wären sie nicht fähig am Gesellschaftsleben teilzunehmen. Dabei haben die meisten gelernt, mit den täglichen Herausforderungen umzugehen. Das Problem sind vielmehr Barrieren und Denkmuster in ihrem Umfeld, die sie tatsächlich behindern.


Unter Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen versteht man nicht nur abfällige Bemerkungen oder gar körperliche Angriffe, sondern auch die abwertenden Verhaltensweisen und mangelnden Möglichkeiten, die Betroffene an der vollständigen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hindern. Dies ist z.B. der Fall, wenn Menschen mit Beeinträchtigungen ständig als Hilfsbedürftige oder sogar als Opfer dargestellt werden und ihnen dauernd Hilfe aufgezwungen wird, ganz so, als ob sie nichts eigenständig hinkriegen würden. Auch wenn ihre Begleitpersonen angesprochen werden, anstatt sie selbst, wenn Treppen oder andere architektonische Barrieren ihnen z.B. den Zugang zu Veranstaltungen erschweren oder akustische Ampeln fehlen. Oder wenn Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen nicht auf Augenhöhe behandelt und beispielsweise automatisch geduzt werden. Abwertung kann nämlich auch dann entstehen, wenn Menschen z.B. Überlegenheit vermitteln. Außerdem ist es für Menschen mit Behinderungen häufig besonders schwer einen Arbeitsplatz zu finden. Das führt dazu, dass sie auch stärker von Armut bedroht sind als nichtbehinderte Menschen.

Um Menschen mit Beeinträchtigungen Hindernisse aus dem Weg zu räumen, müssen geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden. Außerdem ist es wichtig, das eigene Konzept von „Normalität” zu überdenken und Diversität zu fördern. Gemeinsam ist es möglich, eine Kultur zu erschaffen, in der sich Menschen mit Beeinträchtigungen wohlfühlen.
 

Formen der Diskriminierung

Unmittelbare und mittelbare Diskriminierung, Belästigung

Unmittelbare Diskriminierung
Eine unmittelbare Diskriminierung wird dann gesprochen, wenn behinderte Menschen gegenüber Nichtbehinderten klar benachteiligt werden.
Dies wäre z.B. der Fall, wenn ein Arbeitgeber sich weigern würde einer Person im Rollstuhl einen Arbeitsplatz zu geben, auch wenn die Person ausreichend qualifiziert ist, weil er keine Menschen mit Behinderung beschäftigen möchte.

Mittelbare Diskriminierung
Von einer mittelbaren Diskriminierung wird dann gesprochen, wenn behinderte Menschen durch eigentlich neutral erscheinende Maßnahmen benachteiligt werden.
Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn das Dorffest nur durch das Steigen von einigen Treppen erreichbar wäre. Menschen mit einer Geh-Behinderung würde es in so einem Fall erschwert an der Veranstaltung teilzunehmen.

Belästigung
Von einer Belästigung wird dann gesprochen wird dann gesprochen, wenn behinderte Menschen durch verletzende, anstößige oder demütigende Worte und Taten verletzt werden.
Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn ein Nichtbehinderter Schüler zu seiner Klassenkameradin mit Behinderung sagen würde, dass er nicht neben ihr sitzen wolle, aus Angst selbst behindert zu werden.

 

Was bedeutet Barrierefreiheit?

Beispiele für Benachteiligungen

Menschen mit Behinderungen haben die Möglichkeit haben Gebäude, Veranstaltungsorte, Dienstleitungen, öffentliche Verkehrsmittel, Gebrauchsgegenstände, Medien wie Fernsehen oder Internet zu nützen ohne dafür fremde Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Dieser hürdenlose Zugang ist von fundamentaler Bedeutung, damit Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Beispiele für Benachteiligungen:
  • Hotels in denen man die Übernachtung nur telefonisch buchen kann. Das macht es für gehörlose Menschen unmöglich, ein Zimmer zu bekommen.
  • Wenn es in Gebäuden und Veranstaltungsorten ausschließlich Treppen gibt, aber keine Rampen oder Aufzüge. Das macht es Menschen im Rollstuhl unmöglich sich frei zu bewegen und am gesellschaftlichen Leben teil zu haben.
  • Wenn Ampeln nicht mit einem akustischen Signal ausgestattete sind, sondern nur mit Farben arbeiten.
  • Das macht es für Menschen mit einer Seh-Behinderung schwierig ohne Hilfe durch den Verkehr zu kommen.

Was ist Inklusion?

Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben in vollen Zügen und vor allem gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dabei sollen die eigenen Fähigkeiten, das Alter, das Geschlecht und die Herkunft absolut keine Rolle spielen. Es wird nicht mehr zwischen „normal“ und nicht-normal Unterschieden, sondern alle werden so akzeptiert wie sie eben sind. Um das zu gewährleisten müssen wir die verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche so planen, dass Menschen sich unabhängig von ihren persönlichen Vorrausetzungen uneingeschränkt daran beteiligen können.
Der Begriff Inklusion wurde anfangs durch die Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten geprägt. Während der 70er Jahre forderten Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen vermehrt einen gleichberechtigten Zugang zum gesellschaftlichen Leben. Inklusion ist seit der UNESCO-Weltkonferenz 1994 vor allem im Bildungsbereich ein wichtiges Thema. Die teilnehmenden Nationen beschlossen zu dieser Zeit „Schule für alle“ zum Programm zu machen und machten Inklusion zu einem wichtigen Ziel internationaler Bildungspolitik.

Mit der Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2006 wurde ein starker politischer Wechsel im Umgang mit Menschen mit Behinderungen beschlossen. Die Fürsorge und Rehabilitationsmaßnahmen, welche lange Zeit im Vordergrund standen, sollen nun Schritt für Schritt überdacht werden. Wo es möglich ist, sollen sie durch Maßnahmen ersetzt werden, die Menschen mit Behinderung erlauben sollen selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Es ist eine große und wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe diese Ziele in den nächsten Jahren immer weiter umzusetzen, damit so viele Menschen wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.


 

Diskriminierungen: Du machst den Unterschied!

Silvia spricht nicht nur über ihre Erfahrungen mit Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern auch über positive Erlebnisse, wünschenswerte Handlungsmöglichkeiten, Durchhaltevermögen und Hoffnung.
 

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Anna erzählt von Diskriminierung Beeinträchtigungen

Sie fühlen sich eher von der Gesellschaft behindert, wenn diese sie ausschließt oder ihnen kein selbstbestimmtes Leben zugesteht...

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Renate und Toni sind seit drei Jahren ein glückliches Paar. Toni sitzt im Rollstuhl und wenn die beiden ihren Wunsch nach Kindern laut aussprechen, werden sie immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie sie trotz der Beeinträchtigung den Alltagsanforderungen mit einem Kind gerecht werden wollen.

Es gibt Menschen, die glauben ein Leben mit Beeinträchtigung hat immer gravierende Auswirkungen auf die Lebensplanung. Die Betroffenen selbst sehen das meist anders: Sie fühlen sich eher von der Gesellschaft behindert, wenn diese sie ausschließt oder ihnen kein selbstbestimmtes Leben zugesteht.
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