Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung

Info 21.5.2020 Facebook Teilen
Diskriminierung sexuelle Orientierung

Was bedeutet sexuelle Orientierung?

Liebe, Anziehung und Sexualität spielen in unser aller Leben eine mehr oder weniger wichtige Rolle. Von welchen Menschen wir uns angezogen fühlen, ist aber nicht wirklich eine bewusste Entscheidung. Es passiert einfach.

Es gibt unterschiedliche sexuelle bzw. romantische und amouröse Orientierungen. Sprich, auf welches Geschlecht oder Geschlechter sich das Verliebtheits-, Liebes- und Romantikgefühl eines Menschen richtet, oder eben nicht richtet, kann sehr vielfältig sein, wie beispielsweise:

Homosexualität

Homosexualität

Menschen, die sich vorwiegend zu Menschen des gleichen Geschlechts sexuell und/oder romantisch hingezogen fühlen bezeichnen sich als homosexuell.
Homosexuelle Frauen bezeichnen sich häufig als lesbisch, homosexuelle Männer hingegen als schwul.

Bisexualität

Bisexualität

Menschen, die sich sowohl zu Personen des eigenen als auch eines anderen Geschlechts sexuell und/oder romantisch hingezogen fühlen, bezeichnen sich als bisexuell.
 

Heterosexualität

Heterosexualität

Fühlen sich Männer ausschließlich sich zu Frauen sexuell und/oder romantisch hingezogen und Frauen ausschließlich zu Männern dann nennt sich dies heterosexuell.
 

Asexualität und Aromantisch

Asexualität und Aromantisch

Asexuelle Menschen fühlen meist kein sexuelles Begehren, können aber das Bedürfnis auf emotionale bzw. romantische Bindungen verspüren, es sei denn die Person ist zugleich aromantisch.

Aromantische Menschen empfinden keine romantische Anziehung zu anderen Menschen.
 

Pansexualität

Pansexualität

Als pansexuell bezeichnen sich häufig Menschen, bei denen das sexuelle und/oder romantische Begehren zu einer Person unabhängig von dessen Geschlecht ist.
 
Die oben genannten sexuellen und romantischen Orientierungen sind nur einige Beispiele aus dem vielfältigen Spektrum an Möglichkeiten, zu wem sich eine Person hingezogen fühlen kann. Selbst wenn es sich um Selbstbezeichnungen handelt, sind manche Begriffe umstritten, daher ist es sehr wichtig, dass jede Person selbst die Entscheidung zusteht, wie sie bezeichnet werden möchte oder eben nicht bezeichnet möchte!
 

Was bedeutet Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung?

Wenn Menschen aufgrund ihrer Liebespräferenzen benachteiligt oder abgewertet werden, spricht man von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung. Dahinter verbirgt sich häufig die gesellschaftliche Vorstellung, dass Männer sich nur in Frauen verlieben und umgekehrt. Heterosexualität wird als Norm angesehen wobei Menschen, die dieser Norm nicht entsprechen, Ausgrenzung und Diskriminierung erleben.
 

Heteronormativität

Heteronormativität

Die vorherrschende gesellschaftliche Norm, dass jede Person immer nur einer der beiden Kategorien: Mann oder Frau, zuordenbar ist und dass sich Frauen nur Männern hingezogen fühlen und umgekehrt nennt sich Heteronormativität.
Hierbei spielt auch das binäre Geschlechtersystem eine Rolle: dieses geht davon aus, dass es nur zwei Geschlechter, nämlich männlich und weiblich, gibt. Es lässt keine anderen Geschlechter oder Zwischenstufen zu.
 

Sind verschiedene sexuelle Orientierungen eine Modeerscheinung unserer Zeit?

Unterschiedliche sexuelle Orientierungen wie beispielsweise Homo-, Bi- und Asexualtität sind keine Modeerscheinung unserer Zeit, sondern Realität aller Epochen und Kulturen. Sie ungerechtfertigter Weise als unnatürlich zu bezeichnen, kann unsere Verhaltensweisen beeinflussen und zu unterschiedlichen diskriminierenden Handlungen führen. Es gilt gesellschaftliche Vorstellungen, starre Geschlechterrollen, sowie persönliche Vorurteile zu hinterfragen, damit alle so sein können, wie sie sind.
 

Diskriminierungen: Du machst den Unterschied!

Andreas spricht nicht nur über seine Erfahrungen mit Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, sondern auch über positive Erlebnisse, wünschenswerte Handlungsmöglichkeiten, Durchhaltevermögen und Hoffnung.
 

DDL Zan - Was ist das?

DDL Zan - Was ist das?

Ddl-Zan ist der Gesetzesentwurf, der u.a. das bereits bestehende Mancino-Gesetz des italienischen Strafgesetzbuches auf darin nicht genannte ungeschützte Minderheiten ausweiten möchte. Formuliert wurde der Gesetzesentwurf ddl-Zan von Alessandro Zan – Parteimitglied des Partito Democratico und wartet gegenwärtig vom Senat geprüft zu werden.
Das Mancino Gesetz (Art. 604 bis) wurde 1975 zum Schutz Betroffener von Hassverbrechen und zum Schutz von Minderheiten verabreicht. Festgelegt sind u.a. Strafmaßnahmen gegen propagierende Ideen, gegen Gewalttaten und gegen die Anstiftung zu Gewalttaten, die auf rassistischen, ethnischen, nationalen oder religiösen Hass basieren.
Was das Gesetz jedoch nicht explizit schützt, sind Menschen, die aufgrund des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität oder aufgrund einer Behinderung betroffen von Hassverbrechen und Diskriminierung sind.
Ddl- Zan fordert daher u.a. gesetzlichen Schutz für die oben genannten Menschen sowie rechtliche, gesundheitliche und psychologische Unterstützung dieser. Zudem schlägt der Entwurf nicht nur die Erweiterung der bestehenden Gesetzesartikel vor, sondern auch die Einführung des Nationalfeiertags gegen Trans-und Homophobie am 17. Mai und die Förderung von:
  • Initiativen gegen Diskriminierung
  • Aktivitäten zur Inklusion
  • Bewusstseinsbildender Präventionsarbeit an Schulen

Niemandem steht es zu, zu entscheiden, welche sexuelle Orientierung „die Richtige“ ist...

Niemandem steht es zu, zu entscheiden, welche sexuelle Orientierung „die Richtige“ ist...

Mia lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung und ist als Erzieherin tätig. Immer wieder bitten Eltern sie, ihre sexuelle Orientierung für sich zu behalten. Manche glauben fälschlicherweise, dass sie die Kinder „negativ“ beeinflussen könnte. Dieses Verhalten verletzt Mia. Soll sie sich selbst verleugnen?

Homosexualität ist keine „Bedrohung“ für andere. Genauso wenig beeinflusst sie Fachkompetenzen oder persönliche Fähigkeiten. Niemandem steht es zu, darüber zu entscheiden, welche sexuelle Orientierung „die Richtige“ ist oder zu wem sich eine Person hingezogen fühlen soll.
 

Vorurteile führen zu Ausschluss

Vorurteile führen zu Ausschluss

Pauls Arbeitskollegen treffen sich einmal wöchentlich, um abends Sport zu machen und anschließend in die Sauna zu gehen. Paul ist homosexuell und wird hierzu nicht eingeladen, da die anderen denken, es könnte „komisch“ werden.

Homosexualität bedeutet nicht, dass sich schwule Männer zu jedem anderen Mann hingezogen fühlen. Es bedeutet auch nicht, dass sie Heterosexuelle zur Homosexualität überreden wollen. Ein homosexueller Mensch ist genauso individuell und vielfältig wie ein Heterosexueller.
 
 

Homophobie - was heißt das?

AAls Homophobie wird die feindselige, aggressive und ablehnende Haltung gegenüber homosexuellen Menschen bezeichnet. Darunter fallen beispielsweise beleidigende Sprüche und körperliche Angriffe. Der Begriff fasst somit die verschiedenen Verhaltensweisen von sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung, Nichtwahrnehmung und Gewalt zusammen, die Menschen auf Grund ihrer Homosexualität erfahren.

Sag auch du „STOP“ zu Homophobie: jegliche abwertenden Erfahrungen gegenüber der eigenen Identität – auch jene aufgrund der sexuellen Orientierung oder aufgrund des Geschlechts - sind meist sehr verletzend für betroffene Menschen und erzeugen häufig Kummer und Leid. Daher gilt es, die eigenen Verhaltensweisen zu reflektieren und sich mit den eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen.

Was ist der Unterschied zwischen Coming-out und Outing

Coming-out beschreibt das selbstbestimmte Bekanntmachen der eigenen sexuellen Orientierung.
Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Herauskommen“. Gemeint ist der Prozess, bei dem ein Mensch seine sexuelle Orientierung entdeckt, diese anerkennt und sie selbstbestimmt an wichtige Menschen im sozialen Umfeld wie beispielsweise Eltern und Freund*innen mitteilt.

Von Outing hingegen ist die Rede, wenn die sexuelle Orientierung einer Person ohne deren Zustimmung vor anderen Menschen bekannt gemacht wird. Outing ist folglich im Unterschied zum Coming-out nicht selbstbestimmt und verletzt die Privatsphäre des betroffenen Menschen.
 
Glossar

Queer*

Queer*

Der Begriff „Queer“ hat unterschiedliche Verwendungszwecke. Grundsätzlich kann er als Sammelbegriff angesehen werden, den Menschen für sich benützen wenn sie nicht den klassischen „Kategorien“ zugeordnet werden können und/oder möchten. Queer* schließt somit alle Personen ein, ohne sich auf Kategorien der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentitäten zu beschränken. In gewisser Weise stellt der Begriff „Queer“ einen Gegenpol zur vorherrschenden Heteronormativität dar und wird oftmals auch als Überbegriff für die LGBTIQ+-Szene benützt.
 

LGBTIQ+

LGBTIQ+

Steht aus dem Englischen abkürzend für lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell/transgender, intersexuell und queer. Das „+“ Zeichen öffnet hierbei den Raum für weitere Geschlechtsidentitäten.
 
Weitere Begriffserklärungen findest du hier: Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität

Unterstützung und Informationen

In der Südtiroler Volksanwaltschaft wird eine Antidiskriminierungsstelle eingerichtet. Sowohl Menschen die von rassistischer, ethnischer, sprachlicher, kultureller oder religiöser Diskriminierung betroffen sind, als auch Menschen die aufgrund von Homo-, Bi- und Transphobie, einer Behinderung, des Aussehens, des Alters, oder aufgrund der Herkunft und der Zugehörigkeit zu einer Nation Benachteiligung, Abwertung und/oder Ausgrenzung erleben, erhalten dort Unterstützung.

Centaurus – die Vereinigung und Vertretung für LGBTQ+ Menschen in Südtirol setzt sich für das Wohlergehen und für bürgerliche Rechte von LGBTI+s ein und lehnt jegliche Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität ab.

 
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