Väter wollen heute weit mehr sein als die wirtschaftliche Stütze der Familie. Sie möchten Zeit mit ihren Kindern verbringen und Verantwortung im Familienalltag übernehmen. Gleichzeitig sollen sie finanzielle Sicherheit schaffen und im Beruf erfolgreich sein – ein Spannungsfeld, das oft für großen Druck sorgt. Eine Kampagne widmet sich nun dem Vatersein in Südtirol.
Meist stehen Frauen im Fokus, wenn von Care-Arbeit die Rede ist – zurecht, denn die Verteilung unbezahlter Sorgearbeit ist nach wie vor äußerst unausgewogen. Zum Equal Care Day 2026 rücken Forum Prävention und Allianz für Familie unter dem Motto “Papa-Sein zwischen Job, Wickeltisch & Kontoauszug“ die Rolle der Väter in den Mittelpunkt. Wenn familiäre Sorgearbeit fair verteilt werden soll, dann muss Vätern auch die Möglichkeit dazu gegeben werden. Die Wirklichkeit sieht meist anders aus: Italienweit geben 68 Prozent der Männer an, unzufrieden mit dem Ausmaß an Zeit zu sein, das sie ihren Kindern und Familien widmen können. Gleichzeitig befürchten viele Väter noch immer berufliche Nachteile, wenn sie Elternzeit in Anspruch nehmen oder ihre Arbeitszeit reduzieren.
Die Väterkampagne wird von der Familienagentur des Landes Südtirol unterstützt. „Equal Care bedeutet, Verantwortung gemeinsam zu tragen, in der Familie, im Beruf und in unserer Gesellschaft. Wenn Väter von Anfang an Zeit für ihre Kinder bekommen, stärkt das nicht nur Familien, sondern auch unsere Arbeitswelt. Gleichstellung gelingt dort, wo Fürsorge als gemeinsame Aufgabe gesehen wird,“ betont Landesrätin Rosmarie Pamer die Wichtigkeit der Initiative.
Neue Vaterbilder brauchen neue Rahmenbedingungen
Christa Ladurner, Soziologin im Forum Prävention, weiß: “Viele Väter engagieren sich heute stark in der Familie. Sie wollen präsent sein. Sie erleben aber auch, dass gesellschaftliche und berufliche Hürden diesen Wunsch erschweren. Equal Care bedeutet, auch diese Realität ernst zu nehmen. “ Denis Iardino von der Allianz für Familie sieht das als Vater von zwei kleinen Kindern genauso. “Die Flexibilität von Seiten meines Arbeitgebers ist für mich ein großes Glück, so können wir unseren Familienalltag viel besser organisieren. Ich wünsche mir, dass viel mehr Väter von familienfreundlichen Arbeitsmodellen profitieren könnten.” Auch auf politischer Ebene gebe es einiges zu tun, betont er – etwa bei der finanziellen Absicherung während familiärer Auszeiten oder beim Wandel tradierter Rollenbilder.
Dass aktive Vaterschaft gesellschaftlich relevant ist, zeigt auch die Forschung: Eine Studie der Harvard University belegt, dass dort, wo Männer sich aktiv in Familie und Kindererziehung einbringen, die Bereitschaft steigt, mehr Kinder zu bekommen. Frauen fühlen sich sicherer, Familien werden gestärkt. Belegt sind durch weitere Studien auch Effekte wie eine bessere emotionale Entwicklung der Kinder, höhere schulische Leistungen sowie mehr Zufriedenheit im Job und eine gute psychische Gesundheit bei Vätern selbst.
Neben der Social-Media-Kampagne “Vater Kind gewinnt” sowie der Veröffentlichung des Vater-Fragebogens
Vatersein in Südtirol: Wunsch und Wirklichkeit der Südtiroler Plattform für Alleinerziehende finden in den Wochen bis zum Vatertag immer wieder Aktionen zum Vatersein in Südtirol statt. Informationen dazu auf
www.allianz-familie.it
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Christa Ladurner: +39 335 707 4222
Denis Iardino: +39 366 754 2604