Wie viel Vater darf es sein?
PRESSEMITTEILUNG zum Equal Care Day 2026 Bozen, 26.02.2026...
MEHR ERFAHREN
Social-Media-Kampagne für eine aktive Vaterschaft zum Equal Care Day 2026
Wir möchten gerne wissen, welche Wünsche, Erfahrungen und Herausforderungen Väter haben, und wie sich Familie, Arbeit und gesellschaftliche Erwartungen in Südtirol miteinander vereinbaren lassen.
Die Befragung wird von der Südtiroler Plattform für Alleinerziehende EO finanziert und von der Allianz für Familie unterstützt. Die Teilnahme ist freiwillig, anonym und dauert maximal 8 Minuten! Vielen Dank fürs Mitmachen!
Hier geht’s zum Fragebogen ….
Vaterschaft bedeutet nicht, zusätzliche „Extrazeit“ freischaufeln zu müssen, sondern den eigenen Alltag bewusst gemeinsam mit Kindern zu leben. Kinder profitieren besonders davon, wenn sie ihre Väter im ganz normalen Leben begleiten – beim Einkaufen, im Haushalt, in der Freizeit oder wenn möglich auch bei der Arbeit.
Gerade in diesen gemeinsamen Momenten liegt großes Potenzial: Kinder lernen nämlich nicht nur durch Anleitung, sondern vor allem durch Beobachtung. Väter sind dafür wichtige Vorbilder – sie zeigen im Alltag, wie man Herausforderungen begegnet, Probleme löst, Konflikte austrägt, mit anderen Menschen umgeht und gut für sich selbst sorgt. Diese gelebten Erfahrungen fördern die Entwicklung grundlegender Lebenskompetenzen und stärken die Resilienz von Kindern von klein auf.
Für Väter kann dieser Zugang entlastend sein: Es geht nicht darum, ständig besondere Aktivitäten zu planen, sondern Kinder selbstverständlich einzubeziehen. So entsteht Nähe im Alltag – authentisch, kontinuierlich und ohne zusätzlichen Druck.
Gleichzeitig geben gemeinsame Routinen Kindern Orientierung und Sicherheit. Sie erleben Verlässlichkeit und entwickeln Schritt für Schritt Selbstständigkeit – einfach, indem sie am Leben ihrer Väter teilhaben.
Viele Väter haben den Wunsch, mehr für ihre Kinder da zu sein, intensiver an ihrem Leben teilzuhaben und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig erleben sie, dass genau das im Alltag nicht immer einfach ist.
Italienweit geben 68 Prozent der Männer an, unzufrieden mit dem Ausmaß an Zeit zu sein, das sie ihren Kindern und Familien widmen können. Der Wunsch nach mehr gemeinsamer Zeit ist also da – die Umsetzung scheitert jedoch häufig an den Rahmenbedingungen.
Unter anderem stellt die Arbeitswelt viele Väter vor Herausforderungen: lange Arbeitszeiten, unflexible Zeitmodelle, hoher Leistungsdruck und die Sorge vor beruflichen Nachteilen erschweren es, sich stärker in die Familie einbringen zu können.
So entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem, was viele Väter möchten, und dem, was im Alltag realisierbar ist. Damit sich daran etwas ändert, braucht es nicht nur den Willen von Vätern, sondern auch Rahmenbedingungen in Arbeitswelt, Politik und Gesellschaft, die ein individuelles und erfülltes Vatersein ermöglichen.