Gewaltprävention

Info 28.2.2026 Facebook Teilen

Foto von Markus Spiske auf Unsplash

Was ist Gewaltprävention?

Gewalt kann unterschiedliche Formen annehmen – etwa körperliche (physische) Gewalt, psychische Gewalt oder strukturelle Gewalt.

Letztere zeigt sich beispielsweise in Benachteiligung, Ausgrenzung oder Diskriminierung.

Gewalttätiges Verhalten entsteht nicht durch eine einzelne Ursache, sondern durch das Zusammenspiel individueller, sozialer, institutioneller, politischer und gesellschaftlicher Einflussfaktoren.

Gewaltprävention setzt daher koordiniert auf all diesen Ebenen an.
Sie hat das Ziel, für Menschen ein möglichst gesundes und sicheres Lebensumfeld zu schaffen und zu erhalten. Dieses Umfeld soll das Wohlbefinden fördern und Menschen dabei helfen, ihre persönlichen Kompetenzen und Ressourcen zu entwickeln.

Gleichzeitig zielt Prävention darauf ab, Schutzfaktoren zu stärken und Risikofaktoren für Gewalt frühzeitig zu erkennen und zu reduzieren. Sie beginnt mit dem Bewusstsein dafür, was Menschen schaden kann, und verfolgt das Ziel, diese Risiken möglichst gering zu halten.

Zugleich erkennt Gewaltprävention an, dass Herausforderungen, Stress und Konflikte zum Leben gehören: Entscheidend ist, ob der Umgang damit gewalttätig oder nicht gewalttätig erfolgt.

Besonders wirksam ist Prävention, wenn sie früh ansetzt. Bereits in den ersten Lebensjahren werden wichtige Grundlagen für Selbstwertgefühl, Bindungsfähigkeit und den Umgang mit Gefühlen gelegt. Sichere Beziehungen und verlässliche Bezugspersonen stärken Kinder darin, eigene Grenzen wahrzunehmen, Konflikte konstruktiv zu bewältigen und ein wertschätzendes Miteinander zu entwickeln.

Angbote zum Thema Gewaltprävention

Angbote zum Thema Gewaltprävention

Fortbildung:
Woher kommt die Gewalt? Jugendgewalt - Verstehen und handeln 
Die Veranstaltung thematisiert, ob die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen zunimmt, beleuchtet Hintergründe und Motive für Gewalthandlungen im öffentlichen Raum sowie Gewalt als Bewältigungsstrategie mit Risiko- und Schutzfaktoren und diskutiert Möglichkeiten und Grenzen von Prävention und Intervention.
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Informationsabend:
Gewaltprävention fängt Zuhause an

Ein stabiles, wertschätzendes Miteinander in der Familie ist der wirksamste Schutz vor verschiedenen Gewaltphänomenen wie beispielsweise Cybermobbing, Schlägereien oder Extremismus.
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Coaching:
Fachcoaching Gewaltprävention

Unterstützung und Beratung bei Projekten/Maßnahmen für Entscheidungsträger:innen sowie haupt- und ehrenamtliches Fachpersonal
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Beratung:
Erstberatung Mobbing, Cybermobbing und Gewalt

Informations- und Orientierungsgespräch zu Gewaltthemen für Betroffene und Angehörige
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Körperliche (physische) Gewalt

Körperliche Gewalt umfasst alle Handlungen, bei denen direkt oder mithilfe von Gegenständen körperliche Kraft gegen eine Person eingesetzt wird, um Schmerzen, Verletzungen oder Schaden zuzufügen. In schweren Fällen kann sie lebensbedrohliche oder tödliche Folgen haben. Typische Formen sind Schlagen, Treten, Stoßen, Würgen, Festhalten oder der Einsatz von Waffen.

Psychische Gewalt

Psychische Gewalt umfasst Handlungen, die das psychische Wohlbefinden, das Selbstwertgefühl und die emotionale Entwicklung eines Menschen beeinträchtigen. Dazu gehören beispielsweise Beschimpfungen, Bloßstellungen, Demütigungen, Drohungen, Manipulation, Vernachlässigung, Liebesentzug, ständige Abwertung oder systematisches Ausgrenzen aus einer Gruppe.
Psychische Gewalt ist oft nicht sichtbar, kann jedoch erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und Entwicklung haben. Kennzeichnend ist dabei häufig die Ausübung von Macht und Kontrolle.

Strukturelle Gewalt

Strukturelle Gewalt bezeichnet Formen von Benachteiligung, Ungleichbehandlung oder Ausgrenzung, die in gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen oder institutionellen Strukturen verankert sind. Sie liegt vor, wenn Menschen aufgrund bestimmter Merkmale oder Lebenslagen nicht die gleichen Chancen, Rechte oder Entwicklungsmöglichkeiten haben wie andere. Da strukturelle Gewalt meist indirekt wirkt, bleibt sie häufig unsichtbar. Sie zeigt sich beispielsweise in Form von Diskriminierung, etwa durch ungleiche Zugänge zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Wohnraum oder gesellschaftlicher Teilhabe.

Risiko- und Schutzfaktoren

Risiko- und Schutzfaktoren beschreiben Bedingungen und Einflüsse, die die Entwicklung von problematischem Verhalten, Belastungen oder Gewalt begünstigen oder verhindern können. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Präventionsarbeit, da sie helfen zu verstehen, warum Menschen unterschiedlich auf ähnliche Lebenssituationen reagieren.
 
Risikofaktoren sind Bedingungen, die die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Gewalt oder anderen problematischen Entwicklungen erhöhen. Dazu zählen beispielsweise belastende familiäre Situationen, soziale Ausgrenzung, fehlende Unterstützungssysteme, schwierige Lebensbedingungen, der Einfluss gewaltgeprägter Peergroups oder traumatische Erfahrungen.

Schutzfaktoren hingegen sind Bedingungen, die eine positive Entwicklung fördern und auch unter Belastung stabilisierend wirken. Dazu gehören unter anderem stabile Bezugspersonen, soziale Unterstützung, ein positives Selbstwertgefühl sowie gute Konflikt- und Kommunikationsfähigkeiten sowie sichere Lebensumfelder.

Risiko- und Schutzfaktoren wirken jedoch nie isoliert, sondern stets im Zusammenspiel. Ob sich belastende Erfahrungen negativ auswirken, hängt wesentlich davon ab, welche Ressourcen und Schutzfaktoren einer Person zur Verfügung stehen.
In der Gewalt- und Extremismusprävention ist es daher zentral, nicht nur Risiken zu reduzieren, sondern gezielt Schutzfaktoren zu stärken und die Ressourcen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu fördern.
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