Was du übers Kiffen wissen solltest

bild von mitarbeiter Evelin Mahlknecht Evelin Mahlknecht Info 15.12.2021 Facebook Teilen

Cannabispflanze

Cannabis ist hinter Alkohol und Tabak, die am häufigsten konsumierte Droge in Südtirol. In Gesellschaft und Medien heiß diskutiert, in Musik und Kunst omnipräsent, ist es für viele, nicht nur junge, Menschen ein großes Thema.

Falls du Cannabis konsumierst, findest du hier die wichtigsten Infos zur Substanz, zu rechtlichen Aspekten sowie Tipps zu Safer Use und Hilfsangeboten.
 

Was ist Cannabis, Gras, Shit….?

Cannabis ist der lateinische Name für eine alte Kulturpflanze, den Hanf. Hanf enthält hunderte verschiedene Wirkstoffe, sogenannte Cannabinoide. Die zwei bekanntesten sind THC und CBD. Hanf mit CBD ist in Italien legal. Aus dem sogenannten Nutzhanf können z.B. Fasern, Öle und andere Produkte gewonnen und zu Stoffen, Lebensmitteln, Kosmetika oder Baustoffen weiterverarbeitet werden. Auch im Freizeitbereich, aber auch für medizinische Zwecke wird CBD eingesetzt.

Wenn Cannabis den psychoaktiven Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) enthält, wird es häufig als Rauschmittel verwendet. Getrocknete Blüten werden als Marihuana und gepresstes Harz als Haschisch bezeichnet. THC gilt aktuell ab einen Gehalt von 0,6% in Italien als illegal. Bei bestimmten Erkrankungen kann Cannabis als Medizin verschrieben werden.

Cannabis wird vorwiegend geraucht, als Joints oder mit speziellen Utensilien (z.B. Bong oder Chilum). Meist wird es dazu mit Tabak gemischt, damit besteht auch das Risiko einer Nikotinabhängigkeit. Cannabis kann auch getrunken, gegessen (z.B. in Form von Keksen oder Tees) oder verdampft (z.B. mit einem Vaporizer) werden. Die risikoärmste Konsumart ist dabei das Verdampfen bzw. Vaporizen.

Verwendet wird die weibliche Cannabispflanze, denn nur die enthält THC. Man unterscheidet:
  • Marihuana („Gras“, „Weed“ etc.): getrocknete Blüten und andere Pflanzenteile
  • Haschisch („Shit“, „fumo“ etc.): Harz und andere Pflanzenteile
  • Cannabisöl („Hasch-/Weedöl“): flüssiges Harz aus Marihuana oder Haschisch (äußerst selten und nicht zu verwechseln mit CBD-Öl oder Hanföl, das aus den Samen gewonnen wird)

Wie wirkt Cannabis?

THC-haltiges Cannabis wirkt enthemmend und entspannend, intensiviert Gefühle, verändert das Empfinden von Musik, Licht und Zeit. Die Konzentrationsfähigkeit und die Merkfähigkeit sind während des Rausches temporär beeinträchtigt. Bei hoher Dosierung und Produkten ohne CBD kann Cannabis halluzinogen wirken.

Die Wirkung von Marihuana und Haschisch kann aber je nach Person, Situation und Konsumart unterschiedlich sein. Bei langanhaltenden und/oder hochdosierten Konsum kann sich das Risiko für Langzeitfolgen bis hin zu einer Abhängigkeit erhöhen. Um Risiken des Cannabiskonsums zu vermeiden, ist es wichtig bereits vorher genügend Informationen einzuholen und Safer Use Regeln zu befolgen. Mehr dazu findet ihr in unseren Safer Use Tipps.
 

Was sagt das Gesetz zum Cannabiskonsum?

Ab einem THC-Gehalt von 0,6% (Achtung: gesetzliche Grenzwerte können sich ändern!!) gilt Hanf in Italien als Betäubungsmittel und ist damit eine illegale Droge. Der Besitz, Erwerb und jede Art der Weitergabe (auch z.B. Geschenke) sowie der Anbau von THC-haltigem Cannabis sind strafbar. Der alleinige Konsum von Cannabis ist nicht strafbar, allerdings wird die Person als Drogenkonsument*in vermerkt. Beim Besitz von Cannabis zum persönlichen Gebrauch kann ein Verwaltungsverfahren eingeleitet werden, d.h. es erfolgt ein Meldung an das Regierungskommissariat und an den zuständigen Dienst für Abhängigkeiten (DfA/Ser.D). Anschließend können Verwaltungsstrafen wie beispielsweise Führerscheinentzug verhängt werden.
Überschreitet die Menge von Cannabis die gesetzlich festgelegte Grenze, handelt es sich um Besitz zum Zwecke des Handels und wird strafrechtlich verfolgt. Der Handel von Drogen wird mit sehr hohen Gefängnisstrafen geahndet.

Die wichtigsten Informationen darüber, was dich erwartet, wenn du mit Cannabis erwischt wurdest, findest du in unserem Faltblatt, das auch als Download zur Verfügung steht.

Es gibt Kritik an den gegenwärtigen rechtlichen Grundlagen, über eine Regulierung wird in politischen und Fachkreisen diskutiert. Das Forum Prävention hat am zur Regulierung von Cannabis in Österreich mitgewirkt und auch in Italien wird schon seit Jahren darüber diskutiert.
 

Was, wenn Cannabis zum Problem wird?

Cannabis ist für so manche Menschen harmlos, aber der langanhaltende, regelmäßige und/oder hochdosierte Konsum kann zu Problemen führen. Das eigene Verhalten zu reflektieren, hilft um die Situation besser einschätzen zu können, die Kontrolle zu behalten und Konsumkompetenz zu entwickeln. Dazu kannst du dir folgende Fragen stellen:
  • Welchen Stellenwert oder welche Bedeutung hat der Konsum in meinem Leben?
  • Wann, wo, wie viel und wie oft konsumiere ich?
  • Welche Funktion hat für mich Cannabis? WOZU konsumiere ich?
  • Welche Nachteile sehe ich im Cannabiskonsum?
  • Welchen Einfluss hat der Konsum auf meine Freizeit, meine Beziehungen, auf die Arbeit oder Schule/Studium?
  • Welche Konsumregeln befolge ich?
Ein Konsumtagebuch zu erstellen kann dabei sehr hilfreich sein. Dazu schreibst du auf, wann du wieviel konsumierst und deine Gedanken dazu. Das kannst du entweder selbst erstellen oder dir eine App herunterladen.

Überlege dir, was dir gut tut! Wie auf einer Klaviertastatur solltest du verschiedene Tasten anschlagen, um mit negativen Gefühlen, Stress oder anderen unangenehmen Situationen umzugehen. Spielst du hingegen nur die „Cannabistaste“ ist das Risiko, sich davon abhängig zu machen, groß.
 
TIPP: Wenn du Schwierigkeiten mit dem Schlafen hast oder du nur schwer „runterfahren“ kannst, können z.B. einfache Rituale oder Entspannungsübungen helfen!
Und wusstest du, dass wir ganz einfach körpereigene Drogen ausschütten können? Über unterschiedliche Wege können diese sogenannten "Natural Highs" genutzt werden. Versuch es doch mal!

An wem kann ich mich wenden?
Wenn du Fragen hast oder deinen Konsum reflektieren möchtest, wenn du deinen Konsum reduzieren oder ganz damit aufhören möchtest, dann gibt es in Südtirol eine Reihe von Diensten, die dich beraten und dir Unterstützung anbieten können.
 
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