Tagung
ZUKUNFT FAMILIE 2026
21.10.2026
Anmeldung
30.1.2022
Zentrale Forderungen für den Bildungsbereich
Familienorganisationen wollen mitreden
Es ist für die Familien organisatorische sehr schwierig, wenn sich mit dem Eintritt in eine neue Bildungsstufe die Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtungen immer wieder ändern. Hier sehen die Familienorganisationen eine zentrale Herausforderung im Betreuungs- und Bildungsbereich in den nächsten Jahren.

Eine Betreuungskontinuität von 0 bis 14 Jahren zählt zu einem der zentralen Anliegen der Allianz für Familie. Zudem braucht es eine Bildungspartnerschaft zwischen den Familien und den Bildungsorganisationen. Im Kindergarten darf es zu keiner weiteren Kürzung der Öffnungszeiten kommen. Diese Forderungen hat die Allianz für Familie in den letzten Jahren auch immer wieder bei den zuständigen politischen Vertretern deponiert.

Betreuungskontinuität

Betreuungskontinuität

Über die verschiedenen Bildungsstufen hinweg muss eine grundsätzliche Diskussion zur Betreuungskontinuität von 0 bis 14 Jahren stattfinden. Eltern finden bei jedem Übertritt (Kita-Kindergarten-Schule) neue Zeiten vor und müssen sich diesen immer wieder anpassen. Fehlt dann beispielsweise auch noch ein Mensadienst im Schulbereich zwingt dies Eltern ihre Arbeitszeiten alle paar Jahre immer wieder zu ändern. So entstehen laufend neue Herausforderungen an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
 

Bildungspartnerschaft

Bildungspartnerschaft

Eltern und Familien sollen zukünftig an Diskussionen und Entscheidungen im Kindergarten- und Schulbereich, die direkte Auswirkungen auf die Familie haben, eingebunden werden. Gemeinsam mit Politik, Bildungs- und Familienorganisationen sowie Wirtschaft soll an zukunftsträchtigen Lösungen gearbeitet werden.
 

Kindergarten

Kindergarten

Bereits seit 2017 setzt sich die Allianz für Familie dafür ein, dass die Öffnungszeiten im Kindergarten keinesfalls weiter gekürzt werden dürfen. Dies bringt für viele Eltern – meistens Frauen – die Möglichkeit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Gefahr. Im besten Fall bedarf es eines systematischen Ausbaus der Öffnungszeiten.

Eine mögliche Zweiteilung des Kindergartens in einen „Vorschulvormittag“ und einen „Aufbewahrungsnachmittag“ würde sich nachteilig auf die Qualität des bestehenden Angebotes auswirken:
  • Betreuungskontinuität für die Kinder ist nicht gegeben: Kleine Kinder brauchen verlässliche Beziehungen und stabile Bezugspersonen.
  • Vergleich zum Schulbereich: Dort sieht man, dass das Modell der Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung mit privaten Trägern deutliche Schwächen hat (Schwierigkeit qualifiziertes Personal zu finden, Preisdumping…).
  • Flächendeckendes Angebot ist in Gefahr: Es gibt die Befürchtung, dass vielerorts - vor allem auf dem Land - diese Nachmittagslösung gar nicht angeboten werden kann, weil die dafür erforderliche Mindestanzahl der Kinder nicht erreicht wird.
  • Keine geeignete Lösung für die aktuellen Herausforderungen im Kindergarten: hoher bürokratischer Aufwand, zu große Gruppen, sprachliche Vielfalt, Wickelkinder.
Die Allianz für Familie fordert deshalb für den Kindergartenbereich:
  • Der Kindergarten mit seinem hochwertigen Qualitätsstandard muss in der bisherigen Form weitergeführt bzw. laufend weiter ausgebaut werden.
  • Um dem Personalmangel entgegen zu wirken, sollten wieder pädagogische Mitarbeiter/innen ausgebildet und eingestellt werden, die in Kooperation die Kindergärtner/innen unterstützen. Auf diesem Weg kann die Arbeitsbelastung reduziert und besser individuell auf die Kinder eingegangen werden.
  • Eine Kooperation mit externen privaten Anbietern unter der Koordination des Kindergartens soll überprüft werden, siehe z.B. das Pilotprojekt "Die Brücke - il ponte".
  • In einem solchen Modell können dann in einem zweiten Schritt die Öffnungszeiten ausgedehnt und ein kontinuierliches Angebot während der Sommerferien geschaffen werden.

Treffen mit der Politik

Treffen mit der Politik

Die Vertreter der Allianz haben in zahlreichen Treffen mit Bildungslandesrat Achammer diese Forderungen von Seiten der Familien immer wieder deponiert und konkrete Schritte eingefordert.

Dabei stimmte der Bildungslandesrat den Familienorganisationen zu, dass es neue Modelle braucht. Gerade der Personalnotstand in den Kindergärten als auch der Fachkräftemangel in der Wirtschaft sind Zeugnis dafür. Für die Ausgestaltung solcher Modelle sollen verschiedenen Organisationen und Bereiche mit an den Verhandlungstisch - darunter auch die Eltern und Familienorganisationen. Gleichzeitig stellte Achammer klar, dass die Arbeitszeitregelung im Kindergarten nicht auf Kosten der Qualität und auf Kosten der Öffnungszeiten des Kindergartens gehen wird.

Zum Nachhören

Zum Nachhören

Auch medial werden diese Themen von den Vertretern der Allianz für Familie immer wieder aufgegriffen.
Hier nachzuhören ein Gespräch mit Christa Ladurner, Sprecherin der Allianz für Familie, im RAI TREFFPUNKT vom 18.09.2019. Dabei geht es u.a. um das Thema Betreuungskontinuität.
 

Zum Nachlesen

Zum Nachlesen

Die Allianz für Familien hat ein detailliertes Positionspapier zu den Bereichen Kindergarten, Schule und Wirtschaft ausgearbeitet