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Pressemitteilung | 23.4.2026
Langfristiger Strategieplan für Bildung und Betreuung gefordert
Bozen, 22. April 2026 – Kürzlich trafen sich die Allianz für Familie und der Unternehmerverband Südtirol zu einem 
gemeinsamen Austausch über zentrale Herausforderungen und Lösungsansätze zur besseren Vereinbarkeit von Familie und 
Beruf. Beide verfolgen ein klares Ziel: die Rahmenbedingungen für Familien zu verbessern und Frauen stärker in die 
Arbeitswelt zu integrieren.

Der Unternehmerverband Südtirol und die Allianz für Familie, der 17 Mitgliedsorganisationen angehören, sprechen sich für 
einen umfassenden Strategieplan aus. Es brauche in der Bildung und Betreuung einen ganzheitlichen Ansatz, langfristiges 
Denken sowie den Mut zu grundlegenden Reformen.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf: In Südtirol werden rund 80 Prozent aller Teilzeitstellen von Frauen 
besetzt, jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit. Laut einer Erhebung des Landesinstituts für Statistik würde knapp die Hälfte der 
Teilzeitbeschäftigten ihre Arbeitszeit gerne erhöhen, wenn längere Betreuungszeiten zur Verfügung stünden.

Alexander Rieper, Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, betonte: „Der demografische Wandel wird Südtirol vor 
große Herausforderungen stellen: In den nächsten 10 Jahren werden voraussichtlich 30.000 Arbeitskräfte fehlen. Umso 
wichtiger ist es, ein zeitgemäßes Betreuungssystem zu schaffen, das den Bedürfnissen von Familien und einer modernen 
Arbeitswelt gerecht wird. Auch Frauen mit ihren Fähigkeiten, die derzeit aufgrund der schwierigen Vereinbarkeit Familie-Beruf 
auf eine Arbeit verzichten müssen, sind hierbei eine wertvolle Ressource.“

Ein zentrales Anliegen ist daher der deutliche Ausbau der Bildungs- und Betreuungsangebote: mehr Kita-Plätze sowie flexible, 
ganztägige und ganzjährige Angebote für alle Altersstufen – im Kindergarten und in der Schule. Ergänzend dazu braucht es 
Mensa-Einrichtungen, Ganztagesmodelle und zusätzliche Sommerprogramme im ganzen Land.

Christa Ladurner, Koordinatorin der Fachstelle Familie im Forum Prävention, unterstrich: „Alle Familien – in der Stadt wie 
auf dem Land – müssen Zugang zu flexibler und hochwertiger Bildung und Betreuung haben. Entscheidend ist, dass es den 
Familien gut geht. Bildung und Betreuung müssen gemeinsam gedacht und organisiert werden. Alle Kinder sollen gute 
Chancen haben und pädagogisch-didaktisch in ihrer Entwicklung gut gefördert werden.“

„Ein Blick ins benachbarte Ausland zeigt, dass gut organisierte Kinderbetreuung ein klarer Standortvorteil sein kann“, erklärte 
Sylvia Lehnig vom Frauennetzwerk w-net, „es steigert die Attraktivität eines Ortes und kann dadurch auch die Gewinnung 
von Fachkräften aus dem Ausland erleichtern und die Integration neuer Mitbürger:innen unterstützen.“

Katrin Höller, Vizepräsidentin für Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Unternehmerverband, verwies: „Auch die 
Unternehmen leisten bereits einen wichtigen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf – etwa durch flexible 
Arbeitsmodelle, Betriebskindergärten und Smart Working. Gleichzeitig bleibt die öffentliche Hand gefordert. Eltern brauchen 
Planungssicherheit und flexible Modelle.“

Ein gemeinsames Anliegen der Allianz für Familie und des Unternehmerverbandes Südtirol ist es, dass sich Politik und 
Sozialpartner an einen Tisch setzen und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln.