Digitale Medien und Kleinkinder (0-3 Jahre)

Was Eltern wissen sollten

In den ersten drei Lebensjahren machen Kinder wichtige Entwicklungsschritte. Sie entdecken die Welt mit allen Sinnen, lernen zu sprechen, zu laufen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Digitale Medien gehören heute zum Familienalltag. Umso wichtiger ist es, von Anfang an bewusst mit ihnen umzugehen – sowohl bei der eigenen Mediennutzung als auch bei der Nutzung durch das Kind.
Was ist wichtig in diesem Alter?
Aufmerksamkeit und Zuwendung
Bewegung und Entdeckungen im Freien
Welt mit allen Sinnen zu entdecken
freie Zeit zum Spielen
ausreichend Ruhe und Schlaf
Bildschirmmedien sollen unter 3 Jahren vermieden werden
Sicher begleiten von Anfang an
Eltern sind Vorbilder – auch in der Mediennutzung
Smartphone, Tablet, PC und Fernseher ziehen unsere Blicke schnell auf sich, oft unbemerkt. Legen Sie digitale Geräte bewusst zur Seite, wenn Sie mit Ihrem Kind spielen, reden, kuscheln oder herumtoben.
Essenszeiten sind Beziehungszeiten
Schon beim Stillen oder Fläschchengeben brauchen Babys Blickkontakt und Zuwendung. Bildschirmmedien stören diesen Moment des Beziehungsaufbaus. Später, wenn Kinder selbstständig essen, werden gemeinsame Mahlzeiten ohne digitale Geräte zu wertvollen Momenten des Miteinanders.
Da sein – auch wenn’s anstrengend wird
Kinder lernen in diesem Alter ihre Gefühle auszudrücken. Dabei kann es zu starken Gefühlsausbrüchen kommen. In solchen Momenten brauchen sie keine Ablenkung durch digitale Geräte, sondern die Nähe und Unterstützung von ihren Eltern.
Miteinander sprechen und entdecken
Gemeinsames Sprechen, Singen und Anschauen von Bilderbüchern fördern die Sprachentwicklung. Bewegung, beobachten und ausprobieren unterstützen die körperliche und geistige Entwicklung. Bildschirmmedien können dieses Lernen beeinträchtigen.
Verbunden bleiben
Elternsein kann sich anfangs oft einsam anfühlen. Das Smartphone hilft, mit der Außenwelt in Verbindung zu bleiben. Am besten ist es, die Geräte zu benutzen, wenn Kinder schlafen, um die gemeinsame Zeit ungestört zu genießen.
Vorsicht mit privaten Daten und Fotos
Fotos und private Daten von Kindern gehören nicht ins Internet und in soziale Medien. Einmal veröffentlicht, ist nicht mehr kontrollierbar, wer diese Bilder sieht, speichert oder weiterverwendet.
Geeignete Medien für dieses Alter
Bilderbücher: gehen immer! Hörmedien: Kinderlieder und einfache, kurze Geschichten.
Häufige Fragen der Eltern
01
01 Wieso sollen in den ersten 3 Lebensjahren digitale Medien vermieden werden?
In den ersten drei Lebensjahren lernen Kinder vor allem durch Spielen, Bewegung, Entdecken und den Kontakt mit anderen Menschen. Sprechen, Singen, Vorlesen und gemeinsames Spielen unterstützen die Entwicklung von Sprache, Motorik, Denken und sozialen Fähigkeiten. Digitale Medien können diese wichtigen Erfahrungen nicht ersetzen und nehmen Zeit dafür weg. Zu viel Bildschirmzeit kann zudem die Spracheentwicklung, Bewegung und Schlaf beeinträchtigen. Deshalb wird empfohlen, in den ersten drei Lebensjahren möglichst auf Bildschirmmedien zu verzichten.
02
02 Ist es in Ordnung, während des Stillens das Smartphone zu benutzen?
Stillen ist mehr als nur Nahrung geben. Es ist eine besondere Zeit, in der Nähe, Geborgenheit und Vertrauen entstehen. Wenn Eltern ihr Baby ansehen, mit ihm sprechen oder auf seine Signale reagieren, stärkt das die Bindung und unterstützt seine Entwicklung. Wer während des Stillens häufig auf das Smartphone schaut, ist leichter abgelenkt und hat weniger Blickkontakt mit dem Kind. Deshalb ist es sinnvoll, das Smartphone beim Stillen möglichst beiseitezulegen und die gemeinsame Zeit bewusst zu nutzen.
03
03 Haben Kinder ein Recht auf ihr eigenes Bild?
Ja. Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und den Schutz ihrer persönlichen Daten – auch im Internet. Deshalb sollen Fotos und Videos von Kindern möglichst nicht online oder in sozialen Netzwerken geteilt werden. Das gilt auch für Profilbilder und WhatsApp-Status. Einmal veröffentlichte Bilder können kopiert, weiterverbreitet oder verändert werden. Auch mit Künstlicher Intelligenz (KI) lassen sich Bilder heute leicht bearbeiten und für andere Zwecke verwenden. Eltern tragen die Verantwortung, die Privatsphäre ihres Kindes zu schützen – auch online.
Flyer Digitale Medien & Kleinkinder 0-3 Jahre
DE IT EN AR UR SQ PDF 0,2 MB