FORUM VOICES: Medien und Gewalt

bild von mitarbeiter Giuditta Sereni Giuditta Sereni News 23.4.2020 Teilen

Wie verhalten sie sich zueinander?

Medien und Gesellschaft
Heutzutage können wir uns die Welt ohne die Medien, das Internet, soziale Plattformen, Videospiele usw. kaum noch vorstellen. Wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit mit digitalen Medien, nutzen sie für Arbeit, Unterhaltung, Freundschaften, Hobbys und Freizeit. Besonders für junge Menschen sind sie unverzichtbar, denn diese nutzen sie, um Neues zu lernen, sich zu informieren, mit Freunden in Kontakt zu bleiben, zusammen zu spielen oder Meinungen auszutauschen. Im Netz finden sie Antworten auf ihre Fragen und Unterstützung bei der Bewältigung der Herausforderungen die ihnen begegnen. Besonders in der Jugend sind digitale Medien, Marken oder Influencer, wie Leuchttürme, die Orientierung geben. Junge Menschen unterstützen sich gegenseitig und bekommen die Möglichkeit mit Gleichaltrigen über das Leben zu sprechen; wie man mit einer romantischen Beziehung umgeht, wie man sich schminkt oder anzieht, Videospiele spielt. Tutorials vermitteln neue Sportangebote und geben Anregungen zur Freizeitgestaltung. Neben dem analogen Leben sind die Medien daher auch zu einem Raum für die Lösung wichtiger Entwicklungsaufgaben geworden.

Mediennutzung
Neben all diesen Möglichkeiten gibt es auch kritische Aspekte im Zusammenhang mit der Nutzung der digitalen Werkzeuge: das Bedürfnis und die Notwendigkeit in den digitalen Medien immer präsent zu sein, um nichts zu verpassen, um in Echtzeit mitreden zu können, um die Menschen wissen zu lassen, dass man bei jedem Klingeln des Smartphones immer erreichbar ist. Mechanismen, die Angst davor erzeugen können, keine Mobilfunkverbindung zu haben, von sozialen Netzwerken abgeschnitten zu werden. Auf Schlaf verzichten, um die ganze Nacht im Chat zu bleiben, Aufregung, wenn wir unser Mobiltelefon zu Hause vergessen haben und das unkontrollierte Bedürfnis, es holen zu müssen, selbst, wenn wir dadurch zu spät zur Arbeit oder zur Schule kommen.
 
Nicht alle Inhalte im Netz sind positiv
Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihrer Zeit mit digitalen Medien, die meiste Zeit mit lustigen, interessanten und für ihre Entwicklung anregende Tätigkeiten. Insbesondere kleine Kinder können jedoch mit Inhalten konfrontiert werden, die für ihr Alter unangemessen sind. Beim Surfen auf Websites, digitalen Plattformen oder Chatrooms, können sie auf rassistische Äußerungen, Hasssprache oder extreme Mutproben, verbale Gewalt oder Cybermobbing stoßen. Nicht weniger gefährlich sind die Fake News, die im Internet zu finden sind und welche zu rücksichtsloser Panikmache beitragen und Unsicherheiten hervorrufen.

Mediennutzung als Ursache für sozialen Rückzug?
Viele junge Menschen beschließen, sich zu isolieren und den Kontakt zur Außenwelt abzubrechen, wenn sie mit Anforderungen überhäuft und überlastet werden. Sie schließen sich in ihrem Haus, in ihrem Zimmer ein und sie gehen nicht mehr raus. Die Kontakte mit den Eltern selbst sind sehr begrenzt und schwierig. Es stellt sich allerdings die Frage, ob die Nutzung des Internets, der sozialen Medien, der Videospiele usw. tatsächlich die soziale Isolation verursachen. Viele der Jungen und Mädchen, die sich zurückgezogen haben, entschieden sich für die Isolation, weil sie sich nicht mehr in der Lage fühlen, allen Anforderungen, die die Gesellschaft an sie stellt, gerecht zu werden. Engagement in der Schule, Stress durch die Ausbildung, Entwicklungsaufgaben, schwierige Beziehungen zu Mitschüler*innen, Unzulänglichkeit in emotionalen Beziehungen. Alles sehr starke Gefühle, auf die sie nicht mehr so reagieren konnten, wie es von ihnen erwartet wird. Für diese „Kids“ wird die Nutzung der digitalen Medien zu einer Chance, dabei zu sein, ihre Meinung zu sagen, sich auszutauschen, Freundschaften zu pflegen und neue Beziehungen aufzubauen. Eine Tür zur Welt, in der sie sich angemessen und fähig fühlen, aber vor allem - sie selbst sein dürfen. Der Schutz durch den Bildschirm ist für sie eine Quelle der Sicherheit, die ihnen hilft sich sicherer zu fühlen. Zu Hause geschützt können sie sich ohne Stress ausprobieren, mit ihren eigenen Zeiten und Wegen.
 
Einige Tipps für Eltern:
Den Stecker des Computers zu ziehen, ihn zu verstecken oder die Benutzung digitaler technologien zu verbieten, löst das Problem nicht. Schreien, wütend werden oder den Jugendlichen ein schlechtes Gewissen einreden, ist ebenfalls keine gute Strategie.
  • Versuchen Sie den Dialog niemals abreißen zu lassen, auch wenn er durch die Zimmertür stattfindet.
  • Versuchen Sie zu verstehen aus welchen Gründen sich Ihr Kind sich für die Isolation entschieden hat
  • Seien Sie geduldig. Dies ist eine Situation, in der es lange dauern kann, bis die geringsten Fortschritte erzielt werden.
  • Jede auch noch so kleine Öffnung ist ein Grund zur Freude, immer ein Schritt nach dem anderen...
  • Holen Sie sich Hilfe von Expert*innen und lassen Sie sich beraten, wie Sie am besten mit der Situation umgehen können.
Cybermobbing
Ist ein Phänomen, mit dem sich einige Kinder im Netz leider auseinandersetzen müssen. Cybermobbing ist eine Form der psychischen Gewalt in virtuellen Räumen, über Smartphones, Computer und Tablets. Die veröffentlichten Inhalte sind oft schwer zu löschen. Es kann zu jeder Tages- und Nachtzeit passieren, und aus diesem Grund ist es für die Betroffenen emotional sehr belastend, sie fühlen sich machtlos und anderen ausgeliefert. Die Anonymität des Internets hilft den Akteuren, sich geschützt zu fühlen, und die Angriffe sind intensiv und oft andauernd. Viele Kinder, die sich sozial isolieren wollen, tun dies auch, weil sie Opfer von Mobbing oder Cybermobbing in der Schule oder in Sport- oder Freizeitclubs sind. Sie verfügen nicht über die Mittel und Fähigkeiten, sich zu verteidigen, und ziehen es vor, sich zu schützen, indem sie sich isolieren. Sie hoffen, dass sie nicht mehr ins Visier genommen, verspottet oder verletzt werden, wenn sie physisch nicht mehr sichtbar sind sie
 
Womit Opfer von Cybermobbing konfrontiert werden können:
  • gewalttätige und vulgäre Botschaften
  • Belästigung als beleidigende Botschaften mit dem Ziel, zu verletzen
  • Androhungen von physischer Gewalt
  • Klatsch und Verleumdung
  • Veröffentlichung von intimen und persönlichen Fotos, privaten Informationen, Vertraulichkeiten oder Fotos, die aus Spott retuschiert wurden
  • Ausschluss aus einer Online-Gruppe, einem Chat oder einem interaktiven Spiel
Was Eltern tun können:
  • junge Menschen beim Erkunden der digitalen Welten nicht alleine lassen.
  • neugierig sein und gemeinsam digitale Inhalte entdecken.
  • sensibel und offen für die Welt der jungen Menschen sein
  • über Sorgen sprechen
  • mit jungen Menschen über problematische Inhalte sprechen, die sie im Netz finden können
  • andere Freundschaften sowie soziale Kontakte, Aktivitäten vorschlagen und unterstützen
  • dabei unterstützen, nicht auf Angriffe von Provokateuren zu reagieren
  • dem Opfer versichern, dass es nicht seine Schuld ist, und vermeiden, dass die Schamgefühle zunehmen
  • Inhalte von digitalen Plattformen löschen lassen, nachdem Beweise mit Screenshots oder Fotos gesichert wurden
  • Keinen Kontakt zu Akteuren und deren Familien aufnehmen
Selbst bei einem Fall von Cybermobbing ist das Verbot von Computern, Mobiltelefonen und anderen Medien selten erfolgreich. Kindern die Möglichkeit zu nehmen, Zugang zum Internet zu haben, wäre so, als würde man sie daran hindern, mit der Welt der Beziehungen und Gefühle in Berührung zu kommen. Dies wäre weitaus schlimmer als ein Cybermobbing-Risiko.

Bei der Mediennutzung ist die Anwesenheit der Eltern wichtig
Denken Sie als Eltern daran, wie Sie Ihren Kindern das Fahrradfahren beigebracht haben. Sie haben ihnen geholfen, in den Sattel zu steigen, geradeaus zu fahren und zu bremsen, das Fahrrad zu beherrschen. Aber dann haben Sie sie nicht auf der Straße gelassen, ohne sie vor den Regeln, Vorschriften und Gefahren des Straßenverkehrs zu warnen. Es stimmt, dass Kinder heute technisch erfahrener sein können, aber Erwachsene haben immer noch die Möglichkeit, gute Regeln, Vorschriften und Werte mit ihnen zu teilen, insbesondere wenn es um die Erziehung im Umgang mit digitalen Medien geht.
 
 
 
Christoph Mich
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