Unsere Daten im Netz

Wie bezahlen wir eigentlich unsere kostenlosen digitalen Anwendungen?
Wir nutzen das Internet auf vielfältige Art und Weise und hinterlassen dabei, ohne es zu bemerken, Spuren: Wir kommunizieren, suchen Informationen, bewegen uns in sozialen Netzwerken, kaufen online ein, buchen Ferien, wickeln Bankgeschäfte ab usw. Die meisten verwendeten Dienste speichern dabei unsere Daten, tauschen sie untereinander aus und nutzen sie kommerziell.
Auch Dienste wie WhatsApp oder Facebook sind zwar kostenlos aber nicht umsonst: Wir bezahlen mit unseren Daten. Dabei wissen wir vielfach nicht einmal welche Daten genau gespeichert werden. Bei der Installation von Apps werden oft weitreichende Berechtigungen erteilt, mit denen Daten übertragen werden können: Zugriff auf die Kontakte, Standorte, auf Fotos und das Mikrofon usw. Schnell ist das Einverständnis erteilt – andernfalls kann die App nicht installiert werden. Die Anbieter verweisen auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder Datenschutzerklärungen, die jedoch in den meisten Fällen kaum jemand liest.
 
Unsere persönlichen Daten genießen grundsätzlich einen weitreichenden Schutz. Ohne Einwilligung der Personen dürfen Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer nicht gespeichert, veröffentlicht oder weitergegeben werden. Eine Einwilligung kann jedoch durch die Zustimmung zu den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AEB) eines Angebots während der Anmeldung erfolgen.
 
Für Fotos und Videos gilt das Recht am eigenen Bild: Ausschließlich die abgebildete Person darf entscheiden, welche Aufnahmen von ihr veröffentlicht oder verbreitet werden. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, z.B. für Aufnahmen, auf denen man Teil einer Menschenmenge ist.
 

Wer hat Interesse an unseren persönlichen Daten?
  1. Nicht nur Datenkraken wie Google und Facebook sammeln Unmengen an persönlichen Daten, im Prinzip schürfen alle Angebote im Netz unser Surfverhalten ab. Immer wieder wird in deren Datenbanken eingebrochen und Millionen an vertraulichen Daten gelangen in Besitz von Unbekannten, z.B. Passwörter, Kredikartennummern, Namen aber auch kompromittierende Bilder oder Videos.
  2. Menschen mit bösen und kriminellen Absichten haben es ebenfalls auf unsere Daten abgesehen: Ein Foto im Badeanzug auf Facebook kann aus Rache schnell auf eine Pornoseite gelangen, Informationen über meinen Lebensstil können für Einbrecher oder Diebe sehr nützlich sein.
 
Grundsätzlich gilt: Sparsamer Umgang mit persönlichen Daten im Netz!
Informationen, Bilder und Videos die einmal ins Netz gestellt werden, sind kaum mehr zu kontrollieren. Gerade Kinder, die die Mechanismen im Netz noch nicht gelernt haben, gehen oft leichtsinnig mit persönlichen Daten um, da ihnen mögliche Konsequenzen nicht bewusst sind. Gerade deshalb ist es wichtig, Kinder schon bei den ersten Klicks im Internet für das Thema Datenschutz zu sensibilisieren, auf die Vertrauenswürdigkeit von Angebote zu achten, Anmeldungen und App-Downloads zusammen vorzunehmen und Kindern mögliche Folgen aufzuzeigen.
 
Ein paar wichtige Tipps:
  • Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken regelmäßig überprüfen: Häufig sind Profile standardmäßig auf „öffentlich“ eingestellt. Ändern Sie diese Einstellung gemeinsam mit ihrem Kind und richten Sie ein privates Profil ein.
  • Nur Freundschaftsanfragen von Personen annehmen, die man auch im realen Leben kennt.
  • Einmal im Netz – immer im Netz: Daran sollte man bei der Veröffentlichung von Fotos, Videos und sensiblen Informationen denken.
  • Auch andere haben ein Recht am eigenen Bild: Achtung beim Veröffentlichen von Fotos oder Videos von Dritten. Geschieht dies ohne Zustimmung der Person macht man sich strafbar.
  • Weniger ist mehr! Mit persönlichen Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer sollte sehr vorsichtig umgegangen werden. In Chats (auch Spielchats) immer einen „Nickname“ verwenden und niemals den richtigen Namen.

Mehr Infos:
Tipps zum Thema Privatsphäre auf klicksafe.
Infos zum Schutz von persönlichen Daten im Netz auf schau-hin.
Privatsphäre-Leitfäden: Schritt für Schritt Anleitungen für Soziale Netzwerke auf safer-internet.at.

 

Sensibler Umgang mit den Fotos der eigenen Kinder

Eltern sollten den digitalen Fußabdruck ihrer Kinder im Auge haben. Dies fängt direkt bei der Geburt, wenn nicht bereits vorher an. Oft möchten Eltern das Leben ihrer Kinder mit Verwandten und Freunden teilen und diese an wichtigen Ereignissen teilhaben lassen. Dafür werden teilweise bereits Ultraschall-Bilder, Neugeborenen-Fotos, Aufnahmen von den ersten Baby-Bädern, von den ersten Schritten, vom ersten Schultag usw. in den sozialen Medien (Facebook, Instagram, WhatsApp…) geteilt.
Auch hier gilt, Eltern sollten mit Kinderfotos im öffentlichen Raum sehr sparsam umgehen. Einmal veröffentlichte Bilder entziehen sich für immer der eigenen Kontrolle. Man weiß nicht, was andere mit diesen gut gemeinten Schnapsschüssen machen, zu welchem Zeitpunkt im Leben Ihrer Kinder diese wieder auftauchen oder auf welchen Webseiten die Bilder landen. Es ist nicht immer klar, wie soziale Netzwerke Bilder und Informationen nutzen. Es ist jedoch bekannt, dass ein Teil der veröffentlichten Bilder von Minderjährigen in falsche Hände geraten.
 
Seien Sie sensibel und bewerten Sie sorgfältig, welche Bilder Sie von Ihren Kindern online posten. Überprüfen Sie ob die Privatsphäre-Einstellungen in den sozialen Medien so angelegt sind, dass nur Freunde und Personen, die Sie persönlich kennen, Zugriff auf ihr Profil haben.
Die Entscheidung, Fotos von Kindern in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch des Respekts gegenüber der Privatsphäre ihrer Kinder. Diese haben ebenso ein Recht am eigenen Bild! Wie begeistert wird ihr Kind sein, wenn es später Baby- oder Kinderfotos von sich im Internet wiederfindet?
 
 
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