Mobbing unter Kindern und Jugendlichen ist ein weit verbreitetes Phänomen. Laut der Südtiroler HBSC Studie 2006 wurden 38,5% der 13-Jährigen deutsch sprachigen Jugendlichen und 21% der 13-Jährigen italienisch sprachigen Jugendlichen mindestens einmal gemobbt. 49,3% der 13-jährigen deutschsprachigen Jugendlichen und 35,1% der 13-Jährigen italienisch sprachigen Jugendlichen gaben an, in den letzten paar Monaten mitgemacht haben, als jemand in der Schule schikaniert wurde.
Aus den Ergebnissen der „Erhebung gegen Extremismus in Südtirol“, die 2010 durchgeführt wurde, geht hervor, dass 50% der befragten Schulen Mobbing als extremes Verhalten in Form von verbalen Attacken bis hin zu tätlicher Gewalt in ihrer Struktur wahrnehmen.
Bei Schülermobbing oder „Bullying“ handelt es sich um eine Form von Machtmissbrauch, der von psychischer, über verbale bis hin zu körperlicher Gewalt gehen kann. Dieses Verhalten kann sich sowohl auf der sozialen Ebene als auch auf ein gesundes Wachstum negativ auswirken. Studienergebnisse zeigen, dass Mobbingopfer häufiger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Sie leiden unter Beschwerden wie Kopf-, Rücken-, Bauchschmerzen oder Schlafstörungen. Gemobbte schätzen ihre eigene Leistungsfähigkeit häufig schlechter ein, sind unzufriedener mit ihrem Aussehen, verbringen seltener Zeit mit Freunden und greifen als Bewältigungsstrategie eher zu Zigaretten, Alkohol oder anderen Drogen.
Aber auch Mobbing auszuüben kann negative Folgen mit sich bringen. Lernen Täter/innen beispielsweise nicht Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, so kann sich ein antisoziales Verhalten entwickeln, das Auswirkungen auf der individuellen, aber auch auf der Beziehungsebene zur Folge hat. Zu beachten gilt, dass Täter/innen selbst auch sehr oft Opfer von Gewalthandlungen waren oder sind.
Neben dem/der Mobber/in und dem Mobbingopfer spielen auch die Zuschauer/innen eine wichtige Rolle. Sie beteiligen sich zwar nicht direkt an der Handlung, unternehmen aber auch nichts, um das Opfer zu verteidigen oder den/die Täter/in zur Verantwortung zu ziehen.
Das Forum Prävention hat sich gemeinsam mit dem Deutschen, Italienischen und Ladinischen Schulamt mit dem Thema Mobbing auseinandergesetzt und ein Plakat sowie eine Informationsbroschüre in diesen drei Sprachen erarbeitet.
Ziel dieses Projektes ist es, sowohl Kindern und Jugendlichen als auch Freunden, Eltern und Lehrpersonen die Auseinandersetzung mit dem Thema Mobbing zu erleichtern.
Das Plakat ist besonders für Grundschüler/innen der 3. bis 5. Klasse geeignet. Es schildert die Geschichte eines Schulkindes das gemobbt wird und durch Unterstützung aus der belastenden Situation wieder herauskommt. Die Illustration wurde speziell für dieses Projekt angefertigt und verlagert die Geschichte in die Tierwelt.
Die Informationsbroschüre enthält wichtige Tipps für das Mobbingopfer selbst und ist sowohl für Kinder als auch Jugendliche im Grund-, Mittel- und Oberschulalter gleichermaßen geeignet. Es gibt klare Anweisungen wie sich (Schul-) Freunde/innen im Falle von Mobbing verhalten sollen und beinhaltet nützliche Informationen für Eltern. Es dient den Lehrpersonen als Hilfsmittel bei der Aufarbeitung des Themas mit Schüler/innen und bei konkreten Mobbingfällen in der Schule.
Downloads hier:
Mobbingplakat
Informationsbroschüre
Weitere Informationen, sowie Plakate und Broschüren sind beim Forum Prävention erhältlich.